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Dürer : Geschichte seines Lebens und seiner Kunst / Moriz Thausing
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XVI. Die Reformation.

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Muefs euch verfchreib(en), welich ir all in Niemberg euangelifch feit; got verleich euchgnad, das ir verendt, wan 'die widerfacher findt ftarck, aber got ift noch flercker, hilftgemainlich den kranken, die in anrieffen vnd erkenen. Lieber her Albrech ich woll euchgepetten haben, das ir mir abkunterfechet das inftrument, das ir pei dem hem Pirckomerhab gefeclien, dar mit man mift in die fer vnd weit, dar von ir mir zu Andarf habt ge-tagt oder das mir der her Pirckomair fchick die composicion des felbigen inftrument,daran tuet ir mir ain grofse freut 1 ). Auch peger ich zu wiffen, wie ir ain truck gebtvon allen euren prenten vnd was neus zu Niemberg ist angen mein kunft. Ich her dasvnfer her Hans der aftronomus ift todt 2 ). Peger ich das ir mir verfchreibt was er hinderim hat gelaffen vnd vnfer Stabius wo fein kunft und furrn hin findt kamen. Und inmeinem namen gries mir hern Pirckomair, ich hoff ich foll in kurtz Engelland machen,das ein gros land ift vnd Ptholomeo nit pekant ift geweffen, das wirt er gern fechen.Es haben all die dar von haben gefchriben ainen ldainen tail Engellandt gefechen, nitmer. Dan lieber her, durch Hans Pemair kindt ir mir woll verfchreiben (nit mer). Ichpil euch, das ir mir des Stabius angeficht weit fchicken, das kunderfecht ift in der pilnussant Kolman gefchniden in holtz 3 ). Nit mer dan was euch lieb fey! Dar mit feit gotpefolchen. Datum 24. tag Octobris Lundun.

Eur diener Niclas Kratzer

Gries mir in funderheit eur hausfrauen.«

Dürer an Niklas Kratzer 4 ).

»Dem erbern und achtbarn Hern Niclas Kratzer küniglicher Majestät in Engenlanddiner meinem gönftigen Hern und frewnd.

t I5 2 4 aal Mondag nach Barbare zu Nornberg. (5 December.)

Mein gantz willig dinft zwfor libr Her Nicolae! Ewer fchreiben, das mir zu kumenhab ich mit frewden gelefen; hör gern dafs es ewch wol gett. Ich hab mit Her WilboltBirkamer ewrent halben fon dem Istrorment gerett, das Ir begert zw haben. Der leftewch ein folches machen und wird ewchs mit fambt einem briff zwfchicken. Aber HerHänfen ding, der ferfchiden ift, das ding ift als zerriffen worden, weill ich im fterbenaws bin gewefen; kan nit erfarn wo es hin kumen fei. Also ift es awch gangen mitdes Stabius dingen; ift in Oefterreich als ferrugt worden, kann ewch weiter nit dafonbefclieid geben. Item als ir mir zufagett, fo ir weill möcht haben, wollt Ir den Euklideins tewtfch bringen, wollt ich gern wiffen, ob Ir etwas doran gemacht het.

Item des criftlichen glowbens halben mus wir in fchmoch und far ften, den manfchmecht uns ketzer. Aber Gott ferleich uns fein gnad und fterk uns in feinem wort,dan wir müffen gott mer gehorfam fein, den dem menfchen. So ift es beffer leib und

1) Vermuthlich eines der von Stabius erfundenen Inftrumenle, die fclion feinSchüler Georg Tanftetter, Profeffor derAftronomie in Wien , in den von ihm 1514herausgegebenen »Tabulis ecclipsium Pur-bachii« aufzählt. Vergl. Sotzmann, UeberStabius a. a. O. 243.

2) Wer hier gemeint ift, weils ich nicht.Man denkt zunächft an den berühmtenErben und Nachfolger Regiomontans, HansWerner, der aber nach Doppelmayr erft1528 geftorben wäre.

3) Es ist der allgemein Dürer zuge-

fchriebene Holzfchnitt: St. Koloman inganzer Figur, Bartfeh 106, Heller- 1828,Retberg 19g. Er ward zuerft 1513 mit

einem langen Lobgedichte auf den öfterrei-chifchen Märtyrer veröffentlicht. Der Holz-ftock befindet fleh noch auf der kaiferl.Hofbibliothek in Wien und ward 1781 neuabgedruckt. Die Aufnahme in Dürers Werkift durch fein Ausfehen eben fo wenig ge-rechtfertigt, wie durch diefe Erwähnung inKratzers Brief. Die Zeichnung gehört eherHans Burgkmair oder Springinklee, odernoch einem anderen Meifter an; wir er-fahren aber aus diefer Stelle, dafs der Kopfdes Heiligen ein Bildnifs von Stabius ift.

4) Original in der Guildhall Library zuLondon ; eine Entdeckung und Mittheilungmeines verehrten Freundes William Mit-chell.