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Dürer : Geschichte seines Lebens und seiner Kunst / Moriz Thausing
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Penz. Zwingli .

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rdingsfalle be-

. Schondie Vcr-niederzu-i 28. Maiund allerlattet, erjewartenlit einemer Noth«fchäftigt.

1 Dürersheinifch.548 dem:h heuteenk vonnd Kind60 Gul-n Elend Beham,rftlichenMain 2 ).he Aus-n hatte,if einengen Ge.r Rück-in derte, wier gelbe- »Gebtdafs erzürnen,h nichtCnieen.Feier-

r Dürer-I u. 180.

tage, zwantzig Metten , Vefpern und was Ihr fonft erdenken könnt;gebt ihm aber nichts als Worte. So wird er fich ohne Zweifel darankehren, Euch glauben und auf hören. Probatum est! Schmiert Euchdamit«. Solche Mittel freilich verfagten allgemach ihren Dienft. Er-fchütternd genug mochten aber die Ereigniffe um ihn her auf Dürersgläubiges Gemüth, auf feine lebhafte Phantafie wirken. Ein Beifpielder krankhaften Aufregung, die ihn zuweilen überkam, ift das Traum-geficht, welches Dürer in der Nacht vom 30. auf den 31. Mai 1525 hatte.Des Morgens entwarf er dann ein Aquarell nach der Himmelserfchei-nung, die er gefehen hatte, und eine Befchreibung derfelben. Eswaren ungeheure Waffermaffen, die wiederholt vom Himmel fielen»und fie kamen fo hoch herab, dafs fie fcheinbar gleichmäfsig fielen.Aber als das erfte Waffer, welches das Erdreich traf, nahezu herab-gekommen war, da fiel es mit einer folchen Gefchwindigkeit, mit Windund Braufen, und ich erfchrak fo fehr, dafs mir, als ich erwachte, meinganzer Körper zitterte und ich lange nicht recht zu mir felbft kommenkonnte. Als ich aber am Morgen auffland, malte ich es hier oben,wie ich es gefehen hatte. Gott wende alle Dinge zum Beften«)!

Allem nach hielt fich Dürer , deffen fanfte Natur allen mafslofenAusfchreitungen widerflrebtc, von den äufserften Gegenfätzen in denLehrmeinungen der Zeit gleich weit entfernt. Wenn ihm eine Nach-richt Hinneigung zur Partei Zwinglis 1 zufchreibt, fo erklärt fich dieswohl daraus, dafs er in dem unfeligen Abendmahlftreite zwifchenLuther und den Schweizern die verföhnende Haltung feines FreundesMelanchton theilte. Dürer kannte allerdings auch Ulrich Zwingli unddeffen Vertraute. Der Magifter Felix PYey, der erfte reformierte Probftdes Karlftiftes zu Zürich (geb. 1470, geft. 1555) und dem Namen nachvielleicht ein Verwandter von Dürers Frau, fchickte ihm ein Büchleinzu und verlangte von ihm den Plntwurf zu einem Affentanz. IndemDürer feinem Wunfche willfahrt, erfucht er ihn unter dem 5. Decem-ber 1523 feine Grüfse zu melden »Herrn Zwingli, Hans Leuen (demMaler), Hans Urich und den anderen mir günftigen Herren« -). Nochfügt er bei: »Theilet die fünf Stücklein unter Euch; ich habe fonftnicht Neues«. Von den Kupferftichen, die darunter gemeint findvermuthlich der grofse Cardinal und die zwei Apoftel von 1523erhielt fomit auch der helvetifche Reformator etwas. Gleichwohl wärees eine gewagte Annahme, als hätte Dürer nicht am Wittenberger Glaubensbekenntnifs feftgehalten. Er verharrte bei demfelben ficher

1) Blatt in der Ambrafer Sammlung inWien ; Heller I. Abth. 45, Nr. 4. DürersBriefe etc. 138.

2) Original in Bafel. Abgedr. v. Murr:Journal X, 47; Campe Reliquien 52 ; DürersBriefe, 50.