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Fünftes Hauptstück.
ist die 6 Zoll weite berühmte farnesische Onyxschale zu Neapel , 1innerlich mit einer Allegorie auf Aegyptens blühende Zuständeunter Ptolemäus Soter, äusserlich unten mit einem schönen Medusen-
Farnesische Schale.
köpfe geschmückt, aber ungeschickt durchbohrt, wohl zur Be-festigung an einen metallenen Fuss; 2 dann auch die coupe desPtolemees, (vormals wenigstens) im Cabinet des medailles derBibliothek zu Paris . 3
b. Die Schalen mit flachem Boden, die selbststän-digen, keines Untersatzes bedürftigen, sind aus allen Stoffen undaus allen Zeiten in den Museen in grosser Auswahl repräsen-tirt. Die meisten erhaltenen antiken Gefässe aus edlen Metallensind dieser Form angehörig; so z. B. die berühmte Schale vonAquileja in Wien , 4 die bacchische Silbervase von Bologna , 5 6 dieSchale der Stroganowschen Sammlung G und andere. Die grossenSilberschüsseln für den Gebrauch wurden passend nur mit flachenvegetabilischen Ornamenten versehen, dazwischen höchstens Mas-ken, Hautreliefköpfe und dergl., zur Unterbrechung der Flächeam Rande. 7 — Die sogenannten Disci waren die innerenpieces de rapport, die Embleme, anderer Schalen, in die siehineingepasst wurden, und deren reichen inneren Schmuck siebildeten. Dergleichen Disci aus Silber fand man in Pompeji , 8zu Genf , 9 und einen sehr schönen bronzenen in Epirus . 10
1 Siehe Profil dieser Schale beistohend.
2 Millingen Un. Mon. 11,17. und Monnm. ined. dell T. A. Mus. Borb.
3 Viele der ehemals in der Bibliothek aufbewahrten Gegenstände sindjetzt im Louvre.
4 Veröffentlicht und beschrieben von K. O. Müller in den Annalen des
Inst. Tom. II. p. 78—84.
6 Beschrieben von Bianconi in den Annalen des Inst. Jhrg. 1852. p. 304—311.
6 Köhler, Mag. enyclop. 1803. V. p. 372.
7 Disci corymbiati, lances pampinatae patinae hederatae Trebell. Claud. 17.
3 Antich. Ercol. V. p. 267.
9 Montfaucon Suppl. VI. pl. 28.
10 Tischbein Hom. VII. 3. Millingen Un. Mon. II. 12. Gotting. G. A.1801. 8. 1800.