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2 (1863) Keramik, Tektonik, Stereotomie, Metallotechnik für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst / von Gottfried Semper
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Stereotomie (Steinkonstruktion). Technisch-Historisches.

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*dass jener in strenger stilisirter, dieser in realistisch üppigererWeise Dasselbe ausdrückt.

Ebenso alt ist auch die zumeist dem kompositen Säulenknaufbeigegebene steigende und allseitig gleiche, nach auswärts ge-schweifte Spirale, die wohl zu den ersten Versuchen gehört, dietonische, ursprünglich hypostyle Säule einer peristylen Bestim-mung anzupassen.

Gewisse noch durchaus griechischen Formensinn verrathendeKnäufe dieser Art an Monumenten Kleinasiens sind schwerlichUebersetzungen einer römischen Idee zurück in das Grie-chische, sondern, obwohl wahrscheinlich erst unter römischerHerrschaft ausgeführt, muthmassliche Wiederholungen ältereralexandrinischer Vorbilder. Denn der grosse Makedonier hattefür seine erst durch die Körner verwirklichte Weltherrschaftsideebereits die griechisch-asiatische, vollständig einheitliche Kunstformentworfen und seinen Nachfolgern vererbt, von denen sie daskaiserliche Rom übernahm, das auch in dem kompositen Säulen-bau das architektonische Symbol königlicher Pracht und HoheitVon dort entlehnen mochte. Diese Ordnung tritt in diesem Sinnezumeist nur in Verbindung mit römischem Massenbau als HaltUnd Träger seiner asiatisch dekorativen Prachtbekleidungauf, in welcher Anwendung sich der peristyle Säulenrhythmuszumeist auflöst, dafür die Säule entweder einzelnstehend oderm Gruppen vor der Masse heraustritt, an die sie unlöslich ge-bunden ist.

Doch steht ihrer peripterischen und geschlossenen AnwendungPrinzipiell nichts entgegen, wie denn auch antike Beispielederselben nachgewiesen werden können. So war (nach Canina)^er Tempel der Juno innerhalb der Portikus der Oktavia ein®echssäuliger, römisch-korinthischer Prostylos. Dabei scheint deralte ionische Kanon, als der dem Charakter dieser Weise ange-sessenste, obgewaltet zu haben. Ein schönes, noch griechisches(wenn auch unter der Römerherrschaft entstandenes) Beispiel ge-flossener Triumphalordonnanz von bester Erhaltung, die Scenen-bekleidung zu Myra in Lykien , kommt diesem Kanon sehr nahe.Ihre Norm ist: 4 x 6 = 24 1 Es waren die grossen, vollen und(18 -f- 4) = 22.

«schwellenden Verhältnisse und Details dieser Prachtordonnanz,

a Texier, A. M.