Metalloteeliuik (Metallavbeiteii). Die eigentliche Torentik.
537
meinen Geschmack der Zeiten der gotliisehe »Stil der Baukunstin Italien allgemeineren Eingang fand. Seitdem gegen das Endedes 13ten Jahrh. die pisaner Meister, die Giotto u. a., die Kunsttheils aus byzantinischer Erstarrung, theils aus der Verwilderunglierausgehoben hatten, wurden auch die Goldschmiedskunst unddekorative Metallotechnik immer allgemeiner plastisch - bildne-risch. Die grössten Bildner, Orgagna, Donatelio, F. Brunelleschi,Ghiberti , gingen aus der Goldschmiedszunft hervor und warenselbst geschickte Goldschmiede. Johann von Pisa schmückte um1286 den Hauptaltar des Domes zu Arezzo mit emaillirten Silber-reliefs, die Brüder Agostino und Agnolo, sowie Andrea von Pisa(f 1345), Schüler des Johann, zählen viele Goldschmiede unterihren Arbeitern und vervollkommnen die Kunst des Giessens undCiselirens. Im J. 1316 verfertigt Andrea d’Ognabene, Goldschmiedin Pistoja, für die Kathedrale daselbst ein prachtvolles Antepen-dium (stehendes Altarblatt), geschmückt mit 6 Apostel- und Pro-phetenfiguren, in feinster Ciselirarbeit mit Niello’s auf Emailgrund,ausserdem mit 15 Basrelieffüllungen. Zwei andere Goldschmiedeaus Arezzo , Pietro und Paolo, Schüler der Pisaner, machen dasreiche silberne Reliquienbehälter für den Kopf des heil. Donatus,in Form desselben.
Jetzt erst findet der gothische Geschmack auf kurze Zeit Ein-gang. In demselben macht Ugolino das berühmte, aber schwei-zugängliche Reliquienbehälter zu Orvieto , in Gestalt des Domesselbst, der es enthält (1338). 1 Meister Cione (Orgagna) wirdSchöpfer eines wunderbar schönen Silberaltars für das Baptisteriumzu Florenz , das aber schon 1366 zerstört wird, jedoch mit Erhal-tung seiner herrlichen Reliefs, die für den neuen Altar beibehaltenwerden. Cione’s Schüler sind nicht minder geschickte Gold-schmiede. Zu ihrer Zeit und zum Theil von ihnen werden diebedeutendsten noch erhaltenen Goldschmiedswerke ausgeführt:der Altar von S. Jacob zu Pistoja und der (neue) in der Tauf-kirche zu Florenz . Länger als 150 Jahre hindurch sind die erstenGoldschmiede an ihnen beschäftigt. Auch ein Deutscher NamensPeter, Sohn des Heinrich.
Der Charakter dieser Werke ist rein bildnerisch. Die Bildnereihat den gotliischen Strukturgedanken bereits bei Seite gedrängt,
1 Agincourt , Hist, de l’art. T. VI. Peint. pl. CXXIII. ■— Didron, Anna],gibt ein anderes kleineres Reliquinrium in gleichem Stile.
So in per, Stil II.