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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Reorganisation uachzudenken anfängt; nämlich den Ruhm und den Vortheil desunbestrittenen Vorrangs in den meisten Fächern der Kunstindustrie, und einerbildenden Kunst, die keiner ausländischen nachsteht; während ihm in Beziehungauf Chemie, Geniewesen und Mechanik, wenigstens von England und Amerika ,wo keine polytechnische Schulen sind, die Palme streitig gemacht wird.

Doch mögen Fächer wie die letztgenannten, bei denen sehr umfassendesund gründliches exaktes Wissen gefordert wird, immerhin besondere Einrichtungennothwendig machen; es soll nur behauptet sein, dass diejenige Organisation desUnterrichts, die für sie zweckmässig erscheinen mag, desshalb nicht massgebendsein darf für alle Zweige und Fächer der Technik, und am wenigsten für dieKünste, mit Inbegriff der Baukunst und der Kunstindustrie.

Diess bestätigen die angeführten Gegensätze im französischen Unterrichts-wesen, das bei der neuen Schultrennung in Deutschland und in anderen Ländernnur einseitige Berücksichtigung und Nachahmung gefunden hat. Zwar hat manin diesen Ländern neben den sogenannten polytechnischen Schulen noch die altenKunstakademien fortbestehen lassen, und neben diesen wieder viele sogenannteGewerbschulen, Sonntagsschulen, Kunstschulen u. s. w., zum Unterricht für Hand-werker und Kunsttechniker, eingerichtet; aber weit eher zum Nachtheil als zumFrommen der Kunst, die bei diesem systematischen Klassenunterrichte und derSpaltung ihres Gebiets nicht gedeihen will, ohne Triebkraft, wie sie ist, von untenherauf.

Um nicht genöthigt zu sein, sich selbst zu wiederholen, beruft sich derVerfasser in Beziehung auf diese und andere damit eng verknüpfte Verhältnisseauf seine Schrift: Wissenschaft, Industrie und Kunst, oder Vorschläge zurAnregung nationalen Kunstgefühls. Braunschweig 1852.

Diese Verhältnisse würden weniger bedenklich scheinen, wenn nicht leidereine gewisse höhere Nothwendigkeit ins Spiel träte, in der sie, in Gemeinschaftmit gleichzeitigen Wahrnehmungen auf andern Gebieten, wurzeln.

So z. B. greift die exakte Wissenschaft noch auf ganz andere viel wirksamereWeise als die vorbezeichnete in die Verhältnisse der Gegenwart ein, als Leiterinnämlich, oder vielmehr als Spiritus familiaris, des spekulirenden Jahrhunderts.Sie bereichert das praktische Leben und erweitert den Wirkungskreis der vortheil-bedachten Geschäftswelt mit ihren Entdeckungen und Erfindungen, die, statt wiesonst Töchter der Noth zu sein, diese erst künstlich erzeugen helfen, um Absatzund Anerkennung zu finden. Das kaum Eingeführte wird wieder als veraltet derPraxis entzogen, ehe es technisch, geschweige küntlerisch, verwerthet werdenkonnte, indem immer Neues, nicht immer Besseres, dafür an die Stelle tritt. 1

1 Wie lange währte es, ehe die Meister der grossen Zeit gegen Ende des Mittel-alters als Ersatz für die älteren Prozesse, deren beschränkter Bereich ihnen nichtgenügte, das Leinöl als Bindemittel der Farben zu benützen lernten. Wie spät gelanges, das Geheimniss der opaken Emailfarben für Fayencen, welches die Perser undSaracenen wahrscheinlich aus antiker Ueberlieferung schon lange kannten, für den