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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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scheinung, die auf Vollständigkeit Anspruch macht, durch gewisse Anordnungihrer Theile scharf und deutlich symbolisirt ist, so stellen sich drei Gestaltungs-momente heraus, die bei Formenentstehungen tbätig sein können, die aber oftbei niederen Formationen ihre Thätigkeit in Eins vereinigen, oder von denendabei das eine schlummert. Diese Gestaltungsmomente, wo sie alle drei inThätigkeit sind, entsprechen den drei Dimensionen der räumlichen Ausdehnungnach der Höhe, Breite und Tiefe.

Insofern nun, mit Beziehung auf die drei Gestaltungsmomente, die Vielheitder Form sich dreifach zu einer Einheitlichkeit zu ordnen hat, treten folgendedrei nothwendige Bedingungen des Formal-Schönen hervor:

1) Symmetrie,

2) Proportionalität,

3) Die Richtung.

So wenig wie es möglich ist, sich noch eine vierte räumliche Ausdehnungzu denken, eben so wenig kann man den genannten Eigenschaften des Schönennoch eine homogene vierte hinzufügen.

Das Gesagte wird anschaulicher werden durch das Folgende:

Gestaltungsprinzip der vollständig in sich abgeschlossenen für dasAussensein indifferenten Formen.

Diese haben unmittelbare Beziehung nur allein zu sich selbst; ihre Elementeordnen sich daher um einen Kern oder Mittelpunkt, der gleichsam der Re-präsentant der Einheitlichkeit ist, dem die Theile, die ihn in regelmässigenFiguren entweder umkreisen oder umstrahlen oder in gemischter, radial peri-pherischer Anordnung umgeben, als die Vielheitlichkeit der Gestaltung entsprechen.Derartige Erscheinungen treten uns am vollkommensten entgegen in dem Mineral-reiche, theils planimetrisch als Polygone, Sterne und gemischte Formen (oftvon grossem Reichthum in der Erfindung, wie z. B. die Schneeflocken), theilskörperlich als Polyeder, vom regelmässigen Hexaeder bis zur Kugel. Das Gesetzder Molekularattraktion, das ungestört allseitig und alleinig waltende, zugleich dieIndifferenz nach Aussen, oder vielmehr allseitiges Zurückweisen der äusserlichenEinwirkungen, finden in diesen Krystallbildungen ihren vollkommensten Ausdruck,nämlich strenge Regelmässigkeit und allseitige Abgeschlossenheit. Bei dem Kreise'als Polygon von unendlich vielen Seitenlinien und der Kugel als Polyeder vonunendlich vielen Seitenflächen wird diese Regelmässigkeit zu absoluter allseitigerGleichförmigkeit, wesshalb diese Formen seit Urzeiten als Symbole des Absolutenund in sich Vollkommenen gelten.

Diese regelmässigen und geschlossenen Formen haben nur ein einzigesMoment der Gestaltung, dessen Kraftmittelpunkt das Gentrum ist, von wo ausdie Gestaltung nach allen Seiten hinaus vor sich geht.