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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
Entstehung
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XXXVII
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Von dem Grundsätze der Autorität bei der Entstehung derNaturformen und in der Kunst.

Autorität ist ein Terminus, dessen sich Vitruv mehrmals bedient (vielleichtmit Hinblick auf einen verlorenen griechischen Gewährsmann, dessen Ausdrückeer, so gut es gehen wollte, ins Latein übertrug), um etwas auszudrücken, wofürdie deutsche Sprache kein äquivalentes Wort hat, nämlich das Hervortretengewisser formaler Bestandtheile einer Erscheinung aus der Reihe der übrigen,wodurch sie innerhalb ihres Bereiches gleichsam zu Chorführern und sichtbarenRepräsentanten eines einigenden Prinzips werden. Zu den Autoritäten verhaltensich die übrigen Elemente der im Schönen geeinigten Vielheit wie mitklingende,modulirende und begleitende Töne zum Grundtone. Gemäss der oben gegebenenTheorie gibt es drei formale Autoritäten, nämlich:

1) Eurlxy thmisch-sy mmetrische Autorität,

2) Proportionale Autorität,

3) Richtungsautorität.

Als vierte Autorität höherer Ordnung tritt noch die des Inballs hinzu.Diese besteht in dem Vorherrschen einer der drei Modifikationen des Schönenbei ihrem Zusammenwirken.

Von der eurhythmischen Autorität.

Die Eurhythmie ist, wie gezeigt wurde, entweder stereometrische oderplanimetrisclie Symmetrie. Unter den stereometrisch regelmässigen Formen sinddie Kugel und alle regelmässigen Polyeder bis zum Tetraeder hinab zwar allseitigsymmetrisch, doch ohne symmetrische Autorität. Letztere zeigt sich zuerst amEllipsoid oder Oval, am Hexaeder oder dem doppelten, mit der Basis verbundenen,Tetraeder, am Prisma, an der Pyramide u. s. w. in der gesetzlichen Ungleichheitgewisser Dimensionen.

Die planimetrische Symmetrie (Eurhythmie im eigentlichen Sinne) zeigtsich an den Schneekrystallen, an den Blumen, auch an Pflanzen und Bäumenüberhaupt. Bei diesen Gebilden der Natur wirkt das Gesetz der Autorität i rxder Verdichtung der Theile in der nächsten Umgebung des Mittel-punkts der regelmässigen Figur, den sie umkreisen, umstrahlen, oder theilsumkreisen, theils umstrahlen. Farbenkontraste zwischen den der Mitte nächstenund den übrigen Theilen der Form unterstützen diese Wirkung.

Das Mal.

Die vereinzelte Einheit als Gegensatz zu der eurhythmischen Reihe, dieerstere umgibt, ward als Versinnlichung der Autorität und des Inbegrifflichen