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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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XXXIX
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durch Relief, durch Ueberhöhung, durch Reichthum und ornamentale Ausstattung,durch Farbenkontrast, oder durcli alles diess zugleich, so dass die übrigen Gliederder Symmetrie das so Hervorgehobene nur mitklingend akkompagniren. Es istgleichsam für jene der Repräsentant des Attraktionsmittelpunktes der Erde, umden herum sie gravitiren. Oft gelingt es in der Kunst, durch geschickte Wahleiner solchen symmetrischen Autorität der strengen Symmetrie aller Theile sichüberheben zu können, da ihre Durchführung sich nicht in allen Fällen mit denAnforderungen der Zwecklichkeit und des Charakters vereinbaren lässt.

Die proportionale Autorität.

Sie tritt niemals selbstständig, d. i. für sich allein auf, sondern entweder inVerbindung mit der makrokosmischen Autorität oder in Verbindung mit dieserund gleichzeitig mit der Richtungsautorität.

Verbunden mit ersterer erscheint sie an den radialen, entweder unmittelbardem Schosse der Erde entwachsenen und auf ihr fussenden oder auf einemIlauptstamm als Abzweigungen sich entfaltenden, Individualitäten der Erscheinung.

An diesen radialen Phänomenen der Erscheinungswelt zeigt sich die sichpolarisirende Thätigkeit zweier einander entgegen wirkender Kräfte auf einer undderselben vertikalen (oder allgemeiner radialen) Axe der Gestaltung. BeideThätigkeiten oder Potenzen treten in Konflikt, und dieser Konflikt soll sich aufeine solche Weise in der Erscheinung reflektiren, dass damit zugleich das darausresultirende dynamische Gleichgewicht zur Evidenz trete. (Siehe weiter oben.)

Als Reflex und Repräsentant der inakrokosmisclien Thätigkeit macht sich nunzuerst an derartigen Erscheinungen geltend die Rasis des proportionirten Systems.

Als Reflex und Repräsentant des individualistischen Triebes oder Wirkens(in der Pflanze z. B.) tritt dann an derselben proportionirten Erscheinung, undzwar dem Gipfel zunächst, hervor die Dominante des Systems. Beide sindvermittelt durch ein neutrales tragendes Mittelglied, an den Eigenschaften beidervorhergenannten Autoritäten participirend, sich beiden gleichmässig anschliessend,und die Gegensätze an sich vermittelnd.

Die Basis entspricht dem tellurischen (allgemein dem makrokosmischen)Einheitselemente, dessen Reflex sie ist, entweder durch ruhige Masse, einfacheGliederung, dunkle Färbung, oder durch säulenartige Multiplicität, Tragfähigkeitund virtuelle Federkraft.

Die Dominante entspricht dem entgegengesetzten mikrokosmischen Ein-heitselemente, welches sie repräsentirt, durch Reichthum der Gliederung, durchSchmuck, Koncentration alles Charakteristischen der Individualität in ihr, glänzendeund helle Farbe. Sie ist der Masse nach, insbesondere der Höhenausmessungnach, das Kleinere und charakterisirt sich stets als Getragenes und Krönendes,als Haupt.