Einleitung.
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Grossen mit den antiken, d. h. gräkoitalischen ornamentalen Formen inKonflikt geräth und sich mit ihnen zu neuen Verbindungen einigt.
So geben sich die anscheinend ursprünglichsten socialen Formenals durch Naturereignisse oder politische Katastrophen von früher be-standenen grossen Kulturstöcken abgerissene Bruchstücke, gleichsam alserratische Blöcke zu erkennen und umgekehrt: zeigt sich irgendwo aufdem für uns übersehbaren Felde der Kulturgeschichte das Phänomen desZusammentretens neuer socialer Formen, so bestehen sie aus Bruchstückender bezeichneten Art, die irgend ein Naturereignis, am häufigsten aberdas Bedürfniss der Vertheidigung und gemeinsam gehegte Gier nach desreichen Nachbarn Eigenthum zusammenkittete und deren jedes seinerseitswieder ein Konglomerat oder eine Fusion der heterogensten Ueberbleibselnoch älterer und lange zerstörter Formationen der Gesellschaft ist.
Ohne diese Voraussetzung gewisser, in dem Bewusstsein der rohestenStämme fortlebender, Reminiscenzen aus früherer staatlicher Existenzwürde das urplötzliche Entstehen neuer Gesellschaftsformen, wie sie dieGeschichte aufweist, gar nicht erklärlich sein.
Wenn diess sich so verhält, und alles spricht dafür, so ist es ver-geblich, auf dem Boden der alten Welt die Gesellschaft in ihren erstenBildungsprocessen belauschen zu wollen, unmöglich die Baukunst, die denAusdruck und das Gehäuse der Gesellschaftsorganismen erfindet, bis zuihren ersten Anfängen zu verfolgen. So ergibt sich z. B. die scheinbarursprünglichste Kunst, die ägyptische, bei näherer Prüfung als mindestenssekundär und in der Reihe der Entwicklungsgrade auf diejenigen folgend,die dem wirklichen Alter ihrer Entstehung nach um viele tausend Jahrejünger sind und bei weitem verwickeltere Kombinationen darhieten, alsdie ägyptische Kunst, wie z. B. die assyrische, deren Wesen und grossokunst- und kulturgeschichtliche Bedeutung etwas deutlicher zu erkennen,uns erst seit den Entdeckungen der neuesten Zeit vergönnt ist.
Das Verfolgen dieses schwierigen Themas wird in dem zweitenTheile dieses Buches nothwendig werden, hier seien nur zuvörderst be-züglich auf dasselbe zwei Thesen aufgestellt, deren Durchführung in demzunächst folgenden versucht werden soll.
1) Es treten dem aufmerksamen Beobachter überall, wo er aufmonumentale Spuren erstorbener Gesellschaftsorganismen trifft, gewisseGrundformen oder Typen der Kunst entgegen, die sich hier klar undunverwischt, dort bereits in sekundärer und tertiärer Umbildung undgetrübt zeigen, immer aber als dieselben, die somit älter sind als alleGesellschaftsorganismen, von welchen sich monumentale Spuren erhalten