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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Drittes Hauplslück.

clor Unterricht in clor praktischen Sehönheitslehre zur Erläuterung seinerElementarsätze gar nicht entbehren kann, wegen der Deutlichkeit undSchärfe, womit das formelle Gesetz noch fast unabhängig von mensch-licher Willkür und gleichsam in seiner Naturnotliwendigkeit an ihnenhervortritt — aber wir sollen nicht vergessen, dass zwischen ihnen unduns ein weiter Raum kulturgeschichtlicher Entwickelung liegt, dass unsereKunst die Traditionen dieser langen Uebergangszeit zwischen den An-fängen der Kultur bis zu uns in sich aufgenommen hat und nicht ver-leugnen kann, selbst wo sie dieses mit antiquarischem Mandarineneifererstrebt, dass die Gegenwart ihr Recht hat, der auf dem Gebiete derTechnik fast keine Schranken des Vollbringens mehr entgegenstehen,wodurch nothwendig eine Menge von Stilerfordernissen, besonders die-jenigen, welche aus der technischen Behandlung des Stoffes hervorgehen,beseitigt werden, dass endlich mit kurzen Worten ein sehr liberaler Stil-kodex, ein solcher, der sich darauf beschränkt, die äussersten Grenzendes Erlaubten zu bezeichnen und eine Logik des freien Waltens zugeben, der einzige sein könne, der sich eines Einflusses auf die Ver-besserung unseres Geschmackes und die Verbreitung einer kunstsinnigerenRichtung im Volke zu gewärtigen habe.

Wie grosse Vorsicht in dieser Beziehung nothwendig sei, beweistjene berüchtigte „Chamber of horrors“ in dem Marlboroughhouse zuLondon , in welcher alle möglichen Beispiele industrieller Versündigungengegen etwas zu streng und einseitig aufgefasste Stilgesetze vereinigt undgleichsam an den Pranger gestellt waren, so dass jeder Besucher desMuseums für praktische Kunst und Wissenschaft (The rnuseum forpractical art and Science) sie gleich beim Eintritte sehen musste. Diebeabsichtigte Wirkung wurde ganz verfehlt, denn selbst der Unbetheiligtefühlte sich nicht selten gereizt, die Gesetze und ihre etwas eigenmächtigeApplikation, die vor ihrer, von der öffentlichen Meinung erfolgten,Ranktionirung stattgefunden hatte, einer strengen Kritik zu unterwerfen,die blossgestellten Leistungen dagegen in Schutz zu nehmen; die Getroffenenaber wurden durch diesen öffentlichen Tadel zu erbitterten Feinden dergewiss vortrefflichen Anstalt, die durch diesen Akt ihren, ohnediess nichttief gewurzelten, Einfluss auf das industrielle England gleich bei demBeginne ihres Wirkens einigermassen kompromittii'te, was ihre einsichts-vollen Leiter sehr bald gewahr wurden, so dass schon im ersten Jahrenach der Eröffnung des Museums die Chamber of horrors verschwand.

Im Allgemeinen gilt bei der Anwendung vegetabilischer Ornamentedasselbe Gesetz, worauf in dem Obigen und bereits schon öfter hin-