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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Die Decke.

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Es sei nun der Fall besprochen, wo der Teppich vollständiggegliedert und um ein Mittelfeld herum in koncentrische oder regel-mässige Kompartimente getheilt ist. Er sei durch einen mit Rankenwerkoder sonstigem vegetabilischem Ornamente verzierten Saum umfasst. Aufden Kompartimenten seien gleichfalls Motive der Verzierung gedacht, heidenen ein Oben und Unten Statt hat. Sehen wir zuerst von dem Mittel-motive ab, aus Gründen, die sogleich hervortreten werden.

Hier ist es sofort nothwendig, zu wissen, in welchem Sinne derbekleidete Fussboden allseitig gerichtet ist, ob in dem Sinne von Aussennach Innen oder von Innen nach Aussen. Dass beide Fälle Vorkommen,lässt sich durch Beispiele nachweisen.

Man stelle sich zuerst einen Raum vor, der durch vier Arkaden,die auf vier quadratischen Pfeilern ruhen, quadratisch umschlossen ist.Die Arkaden bilden freie Durchgänge, oben ist der Janusbogen mitKreuzgewölben oder mit einer Kugelkappe überwölbt oder sonst wiegedeckt, was hier nicht unmittelbar in Betracht kommt; dieser oberenDecke entsprechend ist ein gegliederter Fussboden anzuordnen, — ersterKall. Man denke sich ferner einen gleichfalls quadratischen Raum der-selben Grösse, der rings mit Mauern umschlossen ist, dessen Wände mithistorischen Bildwerken oder sonstigen Gegenständen bedeckt sind, diem Bezug stehen zu demjenigen, der in der Mitte des Raumes sich auf-hält, um sie zu betrachten. Der Eingang ist untergeordnet, das Lichtfällt von Oben, das Ganze trägt den Charakter des „Interieur“, desr äumlich Abgeschlossenen, — zweiter Fall.

Was nun zuerst den Saum betrifft, der das erste Glied der Drei-gliederung bildet, in welchen jeder artikulirte Fussboden nach dem Vor-ausgegangenen getheilt werden muss, so ist dieser für beide Fälle zwei-fach fungirend. Er fungirt zuerst gleichsam statisch oder mechanisch,mdem er den Teppich (oder die Mosaikbekleidung) des Fussbodens um-fasst und rings um ihn herumläuft; in dieser Thätigkeit bezieht er sichausschliesslich nur auf das Eingefasste, Umschränkte, Zusammengehaltene.Seine zweite Thätigkeit ist selbst wieder zweigetheilt (sie bezieht sich<; hen so sehr auf das Eingefasste, wie auf denjenigen, der den Raumbetritt und zuletzt doch der Mittelpunkt aller Beziehungen ist) und bestehtdarin, dass der Saum den Anfang oder das Ende des bedeckten Raumes,nach einer Seite hin gerechnet, bezeichnet und versinnlicht. Anfang undEnde einer Sache sind Begriffe, die erstens von der Vorstellung abhängigsind, die der Mensch sich von der Bestimmung und dem Wesen derSache macht, zweitens aber auf das Räumliche und Zeitliche sich beziehen,