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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Drittes Hauptstück.

indem dasjenige den Anfang bildet, was zuerst gefasst, betreten,gesehen wird, das Gegentheil davon das Ende der Sache ist. In derKunst sollen nun beide Elemente des Begriffes, Anfang und Ende, mög-lichst Zusammenwirken und niemals einander widerstreiten. Man denkesich, als einfaches Beispiel, eine Pelzdecke, die aus zusammengenähtenThierfellen besteht, so haben diese Thierfelle ein Kopfstück und einSchwanzstück. Soll nun der Rand dieser Decke der Anfang des Raumes-abschlusses sein, den die Pelzdecke bedeckt, so müssen die Kopfendender Stücke, woraus der Pelz zusammengefügt ist, nach Innen gerichtetsein, weil dann die Richtung der Thiere, die durch die Felle sich unsvergegenwärtigen, mit unserer eigenen Tendenz oder Richtung harmonirt,im entgegengesetzten Falle sind die Kopfenden der Thierfelle schicklichernach Aussen zu wenden.

Nach dem Vorausgeschickten ist jetzt die Stilgerechtigkeit desSaumes leicht zu bestimmen, so weit sie das Allgemeinere der Anordnungbetrifft. Beide Funktionen, von denen die Rede war, müssen in ihmentweder getrennt oder in einem Symbole vereinigt hervortreten und sichbildlich darlegen. In jenem Falle muss der Saum nach einer Seite hinnoch eine besondere Bordüre haben, wo dann der Saum den Begriff desEinfassens, die Bordüre den Begriff des Endigens oder Beginnens ver-sinnlicht. Plier bleibt der Saum in Beziehung auf die zuletzt genanntenBegriffe vollkommen bezeichnungslos, versinnlicht aber um so deutlicherdurch linearische, vegetabilische oder gemischte Verflechtungen, die seineOberfläche zieren, das Fungiren nach der Richtung seiner Längen-ausdehnung als umfassendes Band. Dieses Band kann noch durchein Zwischenglied, das sich als Naht charakterisiren muss (siehe weiterunten bei Naht), an das Eingefasste, nämlich den eigentlichen Teppichu. dgl. befestigt werden. Die vegetabilischen Rankenwerke, Akanthus-windungen, Mäander u. s. w. auf dem Saume haben in diesem Fallekeine Richtung nach oben und unten, sondern nur nach der Länge desSaumes, es ist ganz gleich, von welcher Seite man sie betrachtet, ob vomInnern des Raumes aus, oder ausserhalb desselben stehend.

Je nachdem nun der Raum von Aussen nach Innen oder von Innennach Aussen allseitig gerichtet ist (siehe oben), muss in diesem, jetztzuerst erwogenen Falle eine Bordüre entweder innerhalb oder ausserhalbdes Saumes und seiner Naht und parallel mit beiden fortlaufen. DieseBordüre ist in der Regel nicht besonders begrenzt, das heisst mit einerLinie, die wieder mit dem Saume parallel geht, abgeschlossen, sondernläuft frei aus, indem sie Fransen bildet, die bei der ersten der beiden