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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Die Decke.

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mit der Bereitung der oberen horizontalen Raumabschlüsse beschäftigten.Auch hierin spricht sich ein prinzipieller Gegensatz zwischen der Deckeund dem Fussteppiche aus. So wie der gute Geschmack ein System derFussbodendekoration verwirft, welches die Augen zu sehr auf die Erdeherabzieht, weil diese Richtung des Sinnes den Menschen nicht erhebt(um andere Gründe zu verschweigen), ebensosehr entspricht es demguten Geschmacke und der Menschenwürde, dass durch luftiges, lichtesund zugleich beruhigendes Kolorit und leichte Ornamentation der Deckedas Gefühl des Drückenden, welches jede Scheidung zwischen dem freienHimmelszelte und uns hervorruft, beseitigt, das Auge aufwärts gezogenwerde, soweit diess statthaft ist, ohne gleichzeitige Beeinträchtigung desGrundsatzes, wonach jegliche Bekleidung (wozu auch die Decke gehört)stets untergeordnet und Hintergrund, niemals Hauptsache, sein soll. Jeden-falls muss die Decke auf der Klimax des Wirkens und der Pracht-entwicklung über die Dekoration der Wände hinaus die höchste Staffelbilden, sie ist der beherrschende und abschliessende Akkord in der Har-momie des dekorativen Systemes.

§. 18 .

Richtung der auf der Decke dargestellten Gegenstände.

Nach diesen Bemerkungen über die allgemeine Haltung der Deckeund deren Stimmung zu den übrigen Theilen des Raumabschlusses magnun auch das ihr Eigentümliche über die Richtung der ornamentalenund figürlichen Gegenstände, die auf ihr gebildet werden, folgen.

Wie man auf dem Fussboden dem strengsten Stile gemäss allendarauf figurirten Gegenständen auf den Kopf sehen sollte, wie vortreff-liche indische (und andere) Teppiche wirklich nach diesem Prinzipedekorirt sind, ebenso verlangt derselbe strenge Stil, dass auf der Deckesich alles Figurirte von Unten, gleichsam in der umgekehrten Vogel-perspektive zeige. In der That ist dieses der Fall bei allen Decken desAlterthums, den reichsten und organisch durchgebildetsten architek-tonischen Schöpfungen, die der Genius des Menschen, so lange er waltet,geleitet durch richtige Stilprinzipien, hervorbrachte. Zu allen Zeitenbehielt die Stroterendecke (eine uralte Erfindung, welcher nur die Griechendie letzte Vollendung und vollständigste Gliederung gaben) ihre hohearchitektonische Weihe; 1 die Römer übertrugen sie sogar auf das Ge-

1 Siehe Tafel V. und Tafel Vf.