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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Die Decke.

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suchten und erreichten ihren höchsten Ruhm in den Plafondbildern undausgemalten Kuppeln; so Domenichino, Quercino, Guido Reni und Cor-reggio, so auch Titian, Tintoretto und Paul Veronese . Später machtesich Raphael Mengs durch seinen Plafond der Villa Albani zuerst be-rühmt, und auch unsere Meister der Gegenwart schufen ihr Bestes undGefeiertestes für die Gewölbe und Decken der Glyptothek und desLouvre. Und diesen Ruf hätten die Plafonds der grossen Meister vorihren anderen Werken sich nicht erworben und erhalten, wäre nicht zu-gleich die Vorliebe gerade für diese Bilder im Volke, in der Masse deskunstgeniessenden Publikums vorhanden. Diese Thatsache spricht sichklar aus, den Theorien der Aesthetiker zum Trotze. Ich glaube, dasssich diese Vorliebe der Meister, sowie des unbefangenen Volkes für Pla-fondbilder mehr aus physiologischen und, wenn man will, aus psycho-logischen, denn aus materiellen Gründen erklären lasse. Allerdings istes richtig, dass schon aus Gründen der letzteren Art der Fussboden garnicht, die Wand sehr selten zu der Aufnahme von Bildern hohen Stilesgeeignet ist und noch seltener den gesammelten Genuss solcher Werkegestattet. Seitdem der sogenannte gothische Baustil der Wand, derselbstständigen, nicht statisch oder mechanisch thätigen und dienendenRaumschranke, die Existenz absprach, blieb für die eigentliche Malerei,die sich nur auf derartigen selbstständigen, nicht mechanisch funktioniren-den Raumschranken entwickeln kann und darf, kein Feld übrig, aus-genommen die Kappen der Kreuzgewölbe und die durchsichtigen Glas-wände der Fenster. Seit der Renaissance ward der Wand wohl zumTheil wieder ihr Recht, allein in viel geringerem Grade bei öffentlichenMonumenten, z. B. bei Kirchen, als in der Wohnhausarchitektur. Ersteregothisiren noch immer in dem Sinne, als die Seitenwände der SchilfeWenig ruhige Flächen bieten, sondern unten von luftigen Bogenstellungen,oben von Tribünen durchbrochen sind oder durch architektonisches Werkzu statisch-dienenden Theilen des architektonischen Gebildes umgestempelterscheinen. Somit bleiben nur die Zwickel über den Bögen der Haupt-schiffe und die Plafonds, Gewölbe und Kuppeln, sowie einzelne Kapellenfür die eigentliche Malerei disponibel. In Palästen und profanen öffent-lichen Gebäuden aber, besonders in den jetzt so wichtigen Monumenten,die bestimmt sind, Sammlungen zu enthalten, hat die "W andfläche schonim Voraus ihre Bestimmung: sie darf kein Bild sein, da sie bestimmtist, Bilder oder sonstige Gegenstände der Kunst, der Wissenschaft oderdes Luxus an ihr aufzuhängen oder an sie zu lehnen. Manche Aus-nahmen können sich darbieten, manche Gelegenheit zeigt sich günstig,