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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Drittes Hauptstück,

vollen Blumen umgeben, gemalt von Baptiste. In den Zwischenräumendieser Gruppen sind wiederum Bilder von Lebrun und anderen Meistern.Die ganze Decke ist in Bilderfelder getheilt, zwischen denen sich dieRahmen und Friese aus bistergrauem Stucco hindurchziehen. Die Haupt-motive sind durch Gründe und Ornamente von massiger, in das Braun-goldene spielender Haltung verbunden, die das Zwischenglied bildenzwischen dem weisslichen Stucco und den kräftigen Oelbildern, so dassdas Ganze einen unvergleichlich harmonischen, kostbaren und blondenEindruck macht, den der, durch Geschmack gemässigten, Pracht. Ichkenne keinen Raum, der in Beziehung auf allgemeine architektonischeHarmonie mit dieser herrlichen Gallerie zu vergleichen wäre. Das Haupt-bild der Mitte ist, bei Gelegenheit der Restauration dieses Saales, dieunter der Leitung der Herren Duban und Sdchan erst vor wenigen Jahrenvollendet wurde, von dem Maler Delacroix ausgeführt worden; dieses istso orientirt, dass der Beschauer vor das Fenster treten und diesem denRücken zu wenden muss, um es richtig zu sehen — gewiss für diesenFall die schicklichste Disposition; obgleich die Form der Gallerie dazueinladen mochte, das Bild so zu wenden, dass der, den reich verziertenKorridor durchschreitende, Besucher der Kunstsammlungen des Louvredasselbe auf seinem Wege en passant richtig sehen und geniessen könne.— Durch die Orientirung, die Delacroix dem Deckenbildo gab, wird dasMittelfeld der Mauerseite der Gallerie zu einem Centralpunkte desRaumes, der, wie schon bemerkt worden ist, eigentlich keinen Selbst-zweck verräth, sondern sich als Passage oder als Korridor manifestirt.Der nur erst angedeutete Gedanke würde erst dann sich vollständig aus-sprechen, wenn, dem herrlichen Delacroix ’schen Bilde entsprechend,irgend ein kräftig heraustretendes Monument die Monotonie der langenWandfläche gerade in der Mitte derselben unterbräche.

Es bietet sich hier die Gelegenheit zur Vertheidigung der reichenDeckenverzierungen und speziell zur Vertheidigung der Deckenbilder;dieselben sind von den Kunstpuritanern und Neugothen mit einer Artvon Wuth angefeindet worden, — fast alle Kunsttheoretiker, Kunst-kritiker und kunstverständigen Laien haben sich dagegen verschworen, —während bemerkt wird, dass die besten Maler mit grösster Vorliebe undbestem Fleisse gerade diejenigen Aufgaben gelöst haben, die sich anOertlichkeiten der angedeuteten Art knüpften. So war die SixtinischeDecke das Lieblingswerk und die grösste malerische Leistung des gött-lichen Michel Angelo, so erfreute sich Raphael an den Deckengemäldender Farnesina und der Kapelle Chigi; fast alle ersten Maler Italiens