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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Drittes Hauptstück.

konfusion. In Folge der Wirkungen des sogenannten gemischten Kon-trastes der Farben erscheint das Ganze wie mit einem gemeinsamenschmutzigen Tone überzogen.

Dieselben Gründe, die für Deckengemälde sprechen, rechtfertigenzugleich das Prinzip, der Decke das Maximum des Beichthumes zuzu-wenden, welches der dekorirte Raum seiner Bestimmung nach gestattet;sie in dieser Hinsicht das ganze übrige Dekorationswerk beherrschen zulassen, versteht sich unter Berücksichtigung der Gesetze der Proportio-nalität in Verhältnissen und Farben, welches verlangt, dass die Decke auchdas Duftige, das Leichtere, das Getragene, das Schwebende sei. DerBegriff des frei Schwebenden ist unabänderlich an den Begriff des hori-zontalen Deckenwerkes und jeglicher anderen Bedeckung eines Raumesgeknüpft, und je deutlicher, organischer dieser Begriff an ihm sich dar-legt, desto mehr nähert sich die Ausführung ihrem Ideale. Diese Auf-fassung hindert indessen keineswegs die Koncentration des Schmuckes ander Decke, der mitunter mit sehr einfacher Behandlung der Wände undFussböden sich vereinigen lässt, so dass der Glanz der unerreichbarenDecke gleichsam für den strengen Ernst und die Nüchternheit dernächsten Umgehung entschädigt und dieser sogar durch seinen Reflexeine Art von Bedeutung und festlicher Weihe mittheilt. Ich habe wäh-rend meiner baulichen Praxis in diesem Sinne Manches, und nicht ganzohne Glück, gewagt.

Wenn ich hier der Deckendekoration im Allgemeinen und derAnwendung historischer Bilder auf den Flächen der oberen Raumabschlüssedas Wort spreche und dabei den Ein wand des unbequemen Sehens, dergegen sie gemacht wird, bekämpfe, so folgere ich nun zugleich aus derBedeutung, die ich der Decke, als dekorativem Hauptmoment, beilege, dieNothwendigkeit des Innehaltens eines bestimmten, durch die phy-sische Beschaffenheit des Menschen und besonders durch dasOrgan des Sehens schon materiell vorgeschriebenen Massesder Deckenhöhe, besonders in ihrem Verhalten zu dem Standpunkte,welcher den Sehwinkel bestimmt, unter dem wenigstens ein Theil derDecke nicht zu unbequem übersehbar wird. Ich verwerfe somit in um-gekehrter Anwendung der Gründe, die man gegen Deckengemälde geltend

kongruirt. Hieraus folgt nothwendig ein tieferes und schöneres Blau für den Zenithund ein reineres Orange für den Horizont, sowie eine schärfere Sonderung zwischenbeiden Extremen, die somit, genau genommen, unwahr ist. Aber was ist Wahrheit? —vorzüglich in der Welt der Farben, wo Alles auf Täuschung und Schein beruht?