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Drittes Hauptstück.
§• 22 .
Der Saum, ein Mittel zwischen Naht und Band.
Die beiden, einander in mancher Beziehung oppositionellen, Momentedes Bandes und der Naht vermitteln einander in dem Saume, derbeides zugleich ist, und, wenigstens nach einer Seite hin, nach seinerBreitenausdehnung fung'irt, während er als Einfassung zugleich der Länge
nach als Band wirkt. Der Saum muss alsokonsequenterWeise in ornamentaler Beziehung,sowie mit Rücksicht auf Proportionalität undSymmetrie das Mittel halten zwischen Bandund Naht oder vielmehr die Tendenzen beiderausdrücken. Ueber die ornamentale Be-handlung des Saumes wurde bereits oben meh-reres bemerkt, worauf hier Bezug zu nehmenist. Der zweiten Anforderung genügt der Saumdadurch, dass er das Kleid, das Gewand, dieDecke oder was immer dem Verwandtes ringsumher umrahmt und als Rahmen dem Ge-setze der planimeti'ischen Regelmässigkeit Genüge leistet, indem dieEinheiten oder Glieder, woraus er besteht, sich um das Umrahmteals alleiniges Beziehungscentrum eurhythmisch ordnen. Um Wieder-
Dreischlitze als Umränderung“ einesMosaikfussbodens.
Ueberhang im Stile Ludwigs X IV.