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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Technisch-Historisches. Thierfelle.

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würde, Hesse sich eine bessere Richtung des Geschmackes auf den unterenGebieten des Kunstschaffens vorbereiten, und auf solch populärer Basiswürde sodann erst ein weitergreifender, über die höhere Kunst sich aus-dehnender, Plan der praktischen Schönheitslehre fussen können.

Der Mensch lernte frühe die Felle der Thiere so zubereiten, dasssie der Fäulniss widerstanden und die Geschmeidigkeit erlangten, wodurchsie geeignet wurden, als Ueberwürfe und zur Kleidung zu dienen.

Bei der Zubereitung der Felle, besonders wenn sie von erlegtemWilde grösserer und edlerer Gattung gewonnen waren, suchte man denCharakter dieser Thiere möglichst zu erhalten, man liebte es frühzeitig,durch die Exuvien der Bestien, die man auf den Schultern trug und überden Kopf zog, auf die eigene Kraft, Gewandtheit und Kampfgier anzu-spielen. Mit Löwen- und Pantherfellen, Bären- und Wolfshäuten, auch selbstmit den Schuppenfellen der Fische und Lacerten bekleidete der Mythusder antiken Völker, die das Mittelmeer umwohnten, ihre Heroen und He-roinen. Die ägyptischen und assyrischen Priester kostümirten sich mitihnen, ein sicheres Zeichen historisch begründeten und uralten Herkom-mens, denn stets hat die Priesterschaft dieses zu erhalten und sich durchdasselbe mit dem ehrwürdigen Nimbus des Uranfänglichen zu umgebengewusst. — Das Gleiche sehen wir bei den alten Germanen und denskythischen Völkern, die, obschon sie das Pelzwerk und das Leder auchauf andere und zwar sehr raffinirte Weise zu bereiten und zu gestaltengeschickt genug waren, dennoch bei kriegerischen Körperbekleidungenund wohl auch bei Priesterornaten die Form und den Charakter desThieres, dessen Pelz dazu diente, möglichst zu erhalten wussten, letzterenwohl noch schreckbarer hervortreten Hessen und dessen furchterweckendeWirkung steigerten. Beliebte Symbole waren bei diesen nordischen Völ-kern das Fell des Urs, dessen ellenlange Hörner über dem Haupte alskriegerischer Kopfschmuck emporstiegen, die Haut des Elenn und desBären, auch wohl die Exuvie des Steinadlers, dessen Fittige eine furchtbarschöne Helmzierde bildeten. Die Cimbern trugen, nach Plutarch (Ma-rius 25), Helme, die den Rachen fürchterlicher Thiere glichen und andereseltsame Gestalten hatten; auf diesen standen hohe Federbüsche in Formder Flügel, wodurch sie um Vieles grösser erschienen.

So verstecken die Indianer der Prairie bei ihren wilden Krieges-tänzen noch jetzt ihr Haupt hinter fürchterlichen Thiermasken, demBison oder dem Bären entnommen. Aehnlichen Maskenschmuck findetman bei den Wilden der Südseeinseln. Diese scheusslichen Thiermaskentreten bei den ägyptischen Priestern in feinerer Ausbildung als hieratischer