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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Technisch-Historisches. Baumrinde.

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bekannten Produkten aus Birkenrinde, welche einen Hauptzweig dernorwegischen Bauernindustrie bilden.

Eine verfeinerte oder vielmehr eine Uebergangsindustrie ist schonder Gebrauch des Bastes zu Bekleidungen aller Art, indem derselbemit Beihülfe einer Lauge in eine Zeugform gepresst wird, woraus Klei-dungsstücke und Decken bereitet werden. Die Stämme der Südsee gleichden amerikanischen Völkern wissen auch diesen Zweig der Industrie, derden Uebergang zu dem Bastgeflechte bildet, stilgerecht und mit tadel-losem Geschmacke durchzubilden. (Vergl. Klemm’s Kulturwissenschaftpassim.)

Auch in Indien ward seit den ältesten Zeiten Baumrinde und Baum-bast zu Kleiderstoffen verarbeitet. Herodot (III. 98) nennt sie ecrfhjgfXoi'vtj- bei Ktesias (Indic. 22) werden sie ffidrta gflXiva genannt. Siewaren die Kleider der Dürftigen und Büssenden. Sakontala trug einenMantel dieser Art, ehe sie ihre kostbaren Kleider von den Devanisgeschenkt erhielt. Duschmanta legte sie an, als er Büssender wurde.Man weiss nicht, ob sie den Gingams ähnlich gewebt, oder aus natür-lichen Stücken zusammengefügt wurden. Man trocknete sie bei ihrerVerfertigung an der Sonne.

Die Rinde tritt aber zu der Thierhaut noch auf eine andere Weisem Wahlverwandtschaft, indem sie zu der Garmachung oder Gerbungderselben den Stoff bietet. Die Chinesen waren schon Meister in derGerbekunst wenigstens dritthalbtausend Jahre vor unserer Zeitrechnung.Bei den Aegyptern bildeten die Gerber und Ledermanufakturisten einenWichtigen Zweig der dritten, gewerbtreibenden Klasse und diess zwar seitden frühesten Zeiten. An den Mumien findet man Lederstreifen, die miteingepressten Figuren und Hieroglyphen sehr schön und geschmackvollverziert sind. Einige von diesen Gegenständen rühren aus einer Zeit,die "vür den Auszug der Juden aus Aegypten fällt. Manche Darstellungenari den Wänden der Gräber beziehen sich auf die Lederfabrikation unddie Anwendung dieses Stoffes für Fussbekleidungen, Möbelüberzüge,Wagen und musikalische Instrumente. Die Bockshäute dienten auch zuWeinschläuchen, die, wie es scheint, mit einiger Kunst verziert wurden,dass die gegerbten Häute auch zu Tapeten und Schutzdächern benütztwurden, erhellt schon aus der bekannten Beschreibung der Stiftshütte, diemit doppelten ziegenhaarcnen Teppichen überspannt war, auf denen danne me Decke von rothgefärbten Bocksfellen und über dieser eine von Dachs-fellen lag (Exod. 25. 5 und 26. 14). Die jüdischen Arbeiter, welchediese Werke in der Wüste ausführten, mussten ihre Künste in Aegypten