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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

und ein der Wolle ungünstigeres Prinzip der Mode wieder auf, das früher,vor der Zeit der höchsten Entwicklung des Hellenenthumes, besondersbei den ionischen Stämmen, schon einmal geherrscht hatte. Der bei denTragödien verwandte heroische Prunk hatte wohl schon früher das Seinigezu diesem Umschläge der Trachten beigetragen.

Bei den Römern, die noch in den früheren Zeiten sich nach Artder Schäfer der heutigen römischen Campagna zum Theil mit Schafs-fliesen bekleideten, wurde griechischer Geschmack der Kleidertracht früh-zeitig eingeführt, doch verblieb eine Beimischung des Barbarischen, die sichschon in der zu sehr hervortretenden und schwerfälligen Draperie kund gibt.Diesem schwerfälligeren Stile gemäss wurde statt der leichten Wollen-zeuge der Griechen für die Ueberwürfe eine Art von Filz genommen.Die Wollengewebe wurden nämlich durch die Fullones gewalkt und filz-artig verdichtet. Später wurde auch hier wieder alles asiatisch und dieWolle zum Theil durch Seide ersetzt.

Es erhellt aus der bekannten Hauptstelle des Plinius über die Schaf-zucht und Whllenmanufaktur der Römerzeit (lib. VIII. cap. 48), dass dieAlten die Eigenschaften der verschiedenen Wollsorten richtig beurtheiltenund zweckgemäss verwandten. Man hielt, wie es scheint, mehr aufnaturfarbige Wolle als diess jetzt der Fall ist. Dem römischen Polyhistorist die apulische Wolle vorzüglicher als selbst die milesische; Spanien sei berühmt durch seine schwarze Wolle, die Alpenwolle sei durch ihreWeisse ausgezeichnet, die erythräische sei rothbraun, dessgleichen diebätische; die canusische sei gelb, die tarentinische schwärzlich, die ist-rische und liburnische dem Haare ähnlicher als der Wolle und für weich-haarige, geschorene Tuchzeuge nicht zu gebrauchen, sie werde zu denkünstlichen gewürfelten lusitanischen Stoffen (ähnlich den schottischensogenannten Plaidzeugen) verarbeitet. Aehnlicli sei die narbonensisclieund die ägyptische Wolle, woraus so dauerhafte Kleider gemacht würden,dass mau sie färbe, wenn sie abgetragen wären und sie dann noch einMenschenalter hindurch brauchbar seien. Noch andere ziegenhaarartigeWolle werde seit den ältesten Zeiten für Teppiche benützt und schonvon Homer erwähnt. Die Gallier hätten ihre eigene Methode des Fär-bens dieser groben Teppiche, die Parther eine andere. Die gefilzte Wolleleiste dem Schwerte und selbst dem Feuer Widerstand. Diese Industriescheint bei den Galliern vorzüglich geblüht zu haben, von denen auclidie mit gallischen Namen benannten zottigen Lagerdecken herrührten.

Man sieht, dass die Alten den Unterschied in der Behandlung derKammwolle und der kurzen und feinen Kratz- oder Tuchwolle wohl