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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Stoffe. Seide.

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Dem grösseren und runderen Faltenwürfe soll und muss ein Prinzipder Ornamentation entsprechen, das von dem bei andren Stoffen gültigendurchaus verschieden ist, und dieses Prinzip muss zugleich die oben-beschriebene Beschaffenheit der Oberfläche berücksichtigen. Goldbrokateund Damaste sind anders zu mustern als Sammtgewebe, wenn sie auchin Beziehung auf Schwere des Stoffes einander gleich kommen: derSammt muss wie jene grossblumig, aber mit leichterem Rankenwerkebedeckt werden, damit sich der Grund in seiner Eigenthümlichkeit ent-falten könne. Von beiden gänzlich abweichend sind zarter Atlas, Tafftund Sargegewebe zu behandeln. Für alle gemeinsam gilt die Regel,dass das Muster sich nach der Grösse des Faltenwurfes und seiner Mo-dalität zu richten habe, — abgesehen von noch anderen Rücksichten,nämlich der Bestimmung, der Umgebung etc.

Der Orient war von jeher in diesen stofflich-materiellen Stilfeinheitenunser Lehrer; sehr barock, wenn auch in einigen Fällen überraschendund seihst schön, waren die Einfälle des Mittelalters, aber zum Selbst-bewusstsein gelangte man selbst auf diesen untergeordneten Gebieten derKunstlehre erst um die Mitte des XV. Jahrhunderts. (S. oben.)

Die oben bezeichnete grosse Vervollkommnung der Sammtfabrikationtrat erst um die Mitte des XIV. Jahrhunderts ein. Vorher hatte manden Sammt meist uni gehalten, er war leicht und immer noch plüsch-artig. Die Italiener brachten nun den dichten, niedrig geschorenen Sammtin Aufnahme und im Laufe der folgenden Jahrhunderte erschienen diereichen faconnirten Stoffe, eine Art Halbschur, von der oben schon dieRede war, wofür wir jetzt als schlechtes Surrogat die gepressten Sammtemachen.

Ausserdem wurden die schweren Sammtstoffe noch mit Gold- undSilberornamenten, mit eingesetzten Atlasflecken bestickt und brochirt undbildeten den erwünschtesten und schönsten Grund für alle Wunder derNadel.

Neger oder Kakerlaken. Doch kommt hierbei vieles auf dasjenige an, was mitwirkendden Effekt bestimmt. Eine jede Dissonanz kann, an gehöriger Stelle und gehörig auf-gelöst, ein Meistergriff sein.