Textile Kunst. Prozesse. Knoten.
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§• 52.
Der Knoten.
Der Knoten ist vielleicht das älteste technische Symbol und ; wieich zeigte, der Ausdruck für die frühesten kosmogonischen Ideen, diebei den Völkern auf keimten.
Der Knoten dient zuerst als Verknüpfungsmittel zweier Fadenendenund seine Festigkeit begründet sich hauptsächlich auf den Widerstandder Reibung. Das System, welches durch Seitendruck die Reibung ammeisten befördert, wenn die beiden Fäden in entgegengesetzten Richtungennach ihrer Länge gezogenwerden, ist das festeste. An-dere Verhältnisse treten ein,wenn auf die Fäden nicht indem Sinne ihrer Länge, son-dern vertikal auf deren Aus-dehnung eingewirkt wird, ob-gleich auch hier die nach derLängenrichtung der Fädengehende Resultante der Span-nung am meisten in Betrachtkommt. Der Weberknotenist unter allen der festesteund nützlichste, vielleichtauch der älteste oder dochderjenige, der in den tech-nischen Künsten am frühsten
figurirte. Die Seiler und Schiffer kennen eine Menge von Knotensystemen,über welche ich leider nur als Laie sprechen könnte. Manches auch fürunsere Auffassung Interessante Hesse sich an ihre Spezifikation knüpfen,doch bleibt auch diess befugtem Händen überlassen.
Eine sehr sinnreiche und uralte Anwendung des Knotens führte zudem Netzwerk, das auch die wildesten Stämme zu bereiten wissen undfür Fischerei und Jagd benützen. Die Maschen des Netzes, dessenKnotengefüge auf Seite 170 beigegeben wird, 1 haben den Vorzug, dass
Es zeigt sieh bei genauerer Anschauung dasselbe identisch mit dem Weber-
knoten.