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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

erleichtern nur die Produktion durch Ersatzmittel für die Hand und durchAnwendung von Maschinen, um viele Spindeln mit den dazu gehörigenErsatzmitteln für die Hand auf einmal in Bewegung zu bringen. Diefeinsten und festesten Fäden werden noch immer in Indien , wo die alteMethode des Spinnens beibehalten wurde, hervorgebracht.

Jeder Stoff macht seine eigene Bereitungsmethode nothwendig, dieden Stil der Gespinnste beeinflusst, der sich aber natürlich auch beson-ders nach dem Gebrauch richtet, der von ihm zu machen ist.

Vieles lässt sich über diesen wichtigen Gegenstand noch sagen, wo-rüber nur ein genauer Sachverständiger das Wort zu nehmen hat.

§• 51 .

Das Gezwirn.

Das Gezwirn ist ein dem Gespinnst verwandtes Produkt, ein auszwei oder mehrern künstlichen Fäden zusammengesetzter stärkererkünstlicher Faden. Die Prozesse, die dabei nöthig werden, sind ein-facher als die des Spinnens. Das Zupfen, Pressen und Leimen wirdunnöthig und es bedarf nur der Drehung, die durch ein Schwungradoder dem ähnliche Vorrichtungen erleichtert wird. Die einzelnen Fäden,die zusammengedreht werden sollen, sind vorher auf cylindrische Spindelnoder Walzen aufgehaspelt worden und laufen gemeinschaftlich durch einenBing, hinter welchem das Zwirnen vor sich geht. Mehrere gezwirnteFäden können nach derselben Operation in ein dickeres Tau verbundenwerden. So lassen sich Fäden, die aus verschiedenen Stoffen bestehen,deren Durchmesser nicht gleich sind und die in ihren Farben abwechseln,zusammenzwirnen und dieser Prozess selbst lässt sich ausserdem, je nachder Absicht, die vorliegt, variiren; man kann z. B. lockeres und festesGezwirn machen, doppelte Drehungen bewerkstelligen, die miteinanderoder gegeneinander laufen u. s. w. So bietet diese einfache Technik fürstilistische Betrachtungen, die das Nützliche im Schönen sehen, den reich-sten Stoff, deren Bearbeitung einem kunstphilosophischen PosamentierVorbehalten bleibt. Auch von diesem Prozesse besitzen wir Illustrationen,die älter sind, als unsere papierne Geschichte . 1

1 S, Wilkinson’s oft oitirtes Werk über Aegypten . Vol. 111. S. 144.