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Bauwerke Mesopotamiens , so weit wir ihn bis jetzt kennen, einige auf-fallende Verwandtschaftszüge, die besonders deutlich hervortreten, wennman den ältesten Pyramidenstil des unteren Nilthals hei dieser Vergleichungvor Augen hat; auch ist es wahr, dass sich diese Uebereinstimmungbeider Kunstrichtungen durchaus nicht genügend aus dem natürlichenGesetze der Entwicklungsprozesse der Menschheit, das unter ähnlichenUmständen auch ganz Aehnliches hervorbringen müsse, erklären lasse;diese Uebereinstimmung tritt nämlich hier wie auch an andern Orten zuauffällig in ganz zufälligen Erscheinungen hervor, d. h. solchen, die nichtnothwendig durch die Umstände bedungen sind, ihrer oft gleichsam spotten,in Erscheinungen, die wenigstens eben so gut sich hätten ganz andersgestalten können, um über eine gemeinsame Entstehung oder einenWechselbezug zwischen den Völkern, bei denen sie sich wahrnehmenlassen, Zweifel zu gestatten. Auch stehen diese gleichartigen Erschei-nungen in der Kunst verschiedener Völker in dem engsten Zusammen-hänge mit Entsprechendem auf den Gebieten der Religion, Politikund Sitte.
Ist dieses nun zuverlässig wahr und richtig, ist zugleich wo nichterwiesen doch wahrscheinlich, dass die frühesten chaldäisch-assyrischenWerke der Kunst, die sich noch in einzelnen Trümmerhügeln erhielten,im Vergleich zu den Werken der Aegypter aus der Pyramidenzeit ver-hältnissmässig jung und gleichsam modern sind, so folgt daraus immernoch nicht, dass die Civilisation Assyriens ihre wichtigsten Grundformenvon den Aegyptern entlehnt habe. Der Pischgott Oannes, der auch inder Noahsage als echtester Lokal- und Wasserheros auftritt, reicht zuder Unterstützung dieser Hypothese wahrlich nicht aus, so wenig wie dieFigur im geflügelten Kreise, der angebliche Urgott Zaruana oder werer sonst sein mag, den man für das bereits abgeschwächte Nachbild dergeflügelten ägyptischen Sonne hält, obgleich er eben so gut ein nochnicht zu verkürzter Hieroglyphenform zusammengeschrumpftes Vorbildsein kann.
Noch viel weniger kommen gewisse ägyptische und ägyptisirendeGeräthe und ornamentale Theile von Gebäuden in Betracht, deren Vor-kommen unter den Trümmern assyrischer Monumente ursprüngliche undfortdauernde Einwirkungen Aegyptens auf assyrische Kunst keineswegsbeweist. Der wichtigste Fund dieser Art wurde in einem kleinen Saaledes (ältesten) Nordwestpalastes zu Nimrud gemacht und besteht aus sehrinteressanten getriebenen Erzgefässen, Bruchstücken von Geräthen ausgetriebenem und gegossenem Metall und einer Menge von Elfenbein-