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Viertes Hauptstück.
man unter Zelten. Die Marmor- und Porphyrsäulen verstecken sich halbhinter gestickten Tapeten, die sie eng umschliessen, oder sie sind mitLaubgewinden, Reisern und Kränzen zu neuer improvisirter Ordnungumgestaltet. Vor die kostbar ausgestattete Architektur der Wände werdenDraperieschirme gestellt, um den Saal festlicher und zugleich wohnlicherzu machen . 1 Aehnliche Vorrichtungen setzen sich auch auswärts desHauses fort und durch sie wird das Freie in den Bereich desselbenhineingezogen. Ein doppeltes Spalier bezeichnet den geweihten Dromos,den die Pompa nehmen wird. Assyrische, babylonische Tapeten, tyrischePurpurdecken und alexandrinische Prachtgewebe werden bei dieser Ge-legenheit zur Schau gestellt; wo sie nicht zureichen, werden gemalteStoffe benützt; auch überdeckt sind diese Gänge und zwischen hohenbewimpelten Säulen flattern purpurfarbige und weisse Peplen. 2
Dieses sind älteste Volksüberlieferungen; sie sind, wie gesagt, älterals die Baukunst selbst und sie greifen auf mehrfache Weise formen-gebend und formenumbildend sogar tief in den monumentalen Stil dieserKunst ein. Diess bezeugen schon jene bereits erwähnten kolossalenBaldachinträger zu Karnak , die den heiligen Dromos der Pompa desReichsgottes Aegyptens, wie sie des Tempels Vorhof der Länge nachdurchzieht, bezeichnen. Denselben Zweck als Baldachinhalter haben auchjene mystischen Sphynxalleen, durch welche die Fortsetzung des Dromosvon Station zu Station, und bis zum Ufer des heiligen Nilstroms, be-zeichnet ist.
Sicher mussten die grossen Tempelfeste der Griechen aus besterZeit nach derselben allgemeinen Völkerüberlieferung durch improvisirteAusschmückungen und Bekleidungen der Monumente öffentlicher Plätzeund Strassen gehoben sein. Hätten wir nur genauere Beschreibungender Aufzüge jener athenischen doppelten Panathenäenfeste, der grossenund kleinen Dionysien, der Thesmoforien und Eleusinien, wie wir sie vonden Pompen und Festgelagen der üppigen nachalexandrinischen Zeitenbesitzen . 3 Doch über dasjenige, was uns augenblicklich angeht, nämlich
1 Beim Hochzeitsmahle des Makedoniers Karanos war ein Oikos ringsum mitweissen Battistdraperieen behängen, die sich aufthaten und hinter welchen Fackel-träger hervortraten. Hippolochos in Athen. IV, 5. Bei einem Gastmahle, das Kleopatra dem Antonius gab, waren die Wände des Prachtgemaches besonders zu diesem Festemit goldgestickten Purpurtapeten umspannt. Socrates Rhod. in Athen . IV. 29.
2 Ovid. Amor. III. 13. It per velatas annua pompa vias,
3 Nur vom Peplos der Athena , der von den Stickerinnen (spydcmvai) unterAufsicht von zweien aus der Mitte edler Geschlechter gewählten Arrhephoren und