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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Tapezierwesen der Alten.

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Gorthge aus dem Harem durch die Halle zog, um den Wagen zubesteigen oder um auszureiten . 1 So auch erwähnt Xenophon als einesfremdartigen und übertriebenen Luxus der persischen Gewohnheit, dieLagerbetten auf Teppiche zu stellen, damit das Steingetäfel nicht zuharten Grund bilde, sondern sein Widerstand durch die elastischen Tep-piche gebrochen werde.

Die Gefährten Alexanders führten den Luxus der Fussteppicheauch in Griechenland ein, woselbst sie vorher als eine nur den Götternzukommende Ehrenbezeugung betrachtet wurden. Daher lässt Aeschylus seinen Agamemnon es voll Scheu von sich abweisen, die ihm von Kly-tämnestra gebreiteten Purpurteppiche zu betreten.

Erst nach Alexander kam dieser Luxus an den üppigen Höfen derKönige und Tyrannen auf. Schon Clitus hatte nach Phylarchus seinenAudienzsaal mit Purpurteppichen belegt . 2 Das Zelt des PtolemaeusPhilopator hatte in der Mitte zwischen den Lagerbetten und Tischeneinen Gang, der mit glatten persischen Tapeten belegt war, deren ein-gestickte (oder gewebte) Darstellungen von Thieren und Menschen durchdie Schönheit ihrer Zeichnung Bewunderung erregten . 3

So mochte dieser asiatische Aufwand auch in die bürgerlichenWohnungen Eingang finden , 4 obschon wohl nur in beschränkter Weise.Dasselbe gilt von den Römern.

Die oben besprochenen Tapezierarbeiten bilden mehr oder wenigerintegrirende Theile des architektonischen Systemes und sind wohl zuunterscheiden von jenen, die bei besonders festlichen Veranlassungen ausdem Garde-meuble hervorgeholt wurden.

Die Tempelcella mit ihrem prachtvollen Peripteros, der Peribolosmit seinen Stoen, die Aula und der Oikos des Wohnhauses mögen durchdie vereinten Künste des Architekten, Bildhauers, Malers und Vestiariusnoch so vollendet ausgestattet sein, die Wände von Edelsteinen und Metallglänzen oder mit Meisterwerken der Künste bedeckt sein; bei Pompen,Mahlzeiten und Festen werden sie dennoch durch Einbaue und Beklei-dungen aller Art geputzt und umstellt; die Lakunarien aus Cedernholz,Gold und Elfenbein erscheinen mit Auläen aus kostbarem Purpur malerischund prunkvoll halb verhängt, als sei keine Decke vorhanden und lagerte

1 Heraclides in Athenaeo XII. cap. 8.

2 Athen . XII. 55.

3 Athen . V. 26.

4 Terent. Phorm. prol. 27. Tegieulum dicunt Graeci quod insternitur pavi-mentum.