Textile Kunst. Tapezierwesen der Alten.
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dieser Beziehung sind die Triumphbögen zu nennen, gleichsam Gegen-stücke und Antistrophen zu den bereits oben angeführten Triumphal-säulen als Repräsentanten eines festlich geschmückten Durchgangs.Auch an ihnen sehen wir einen Stil der Plastik und eine Applikationderselben, die sich lediglich und allein aus dem angeführten Umstanderichtig erklärt. Wer ahnt nicht hier den innigen Zusammenhang des inRede stehenden Prinzips mit der gesammten Architektur des Alterthumsund dessen ungemeine Wichtigkeit für die architektonische Stillehre schonaus diesen kurzen Andeutungen!
Eine besondere Richtung nahm das altrömische, wahrscheinlichuralt überlieferte, Prinzip der festlichen Ausschmückung der Monumentebei Pompen und an solennen Tagen seit der Bekanntschaft des römischenVolks mit den geraubten Kunstschätzen der Griechen. Die ältere an-spruchslosere Dekorationsmalerei und Verbrämung der Monumente mitLeinwandtapeten und Effektbildern musste nun einer bei weitem soliderenund kostspieligeren Methode des Dekorirens Platz machen, oder dochmit ihr in Verbindung treten. Es ward immer mehr zur Leidenschaft,die eroberten Provinzen ihrer besten Kunstschätze zu berauben, um siezur Verherrlichung einer Aedilität zu benützen, und kein Triumphatorkonnte glänzend in Rom einziehen, ohne grossartige Schaustellung derSpolien schamlos geplünderter Heiligthümer und Städte.
Doch ward das erste Beispiel der Tempelschändung und Kunst-räuberei nicht von den Römern, sondern von den Griechen selbst gegeben,bei denen beides in Folge der makedonischen Uebermacht gleichzeitigmit einer verderblichen Kunstlieb]laberei und Sammellust, wozu die neu-entstandenen Dynastenhöfe das Beispiel gaben, einriss.
Karthager und Römer folgten dem gegebenen Impulse, die Leiden-schaft des Sammelns und damit nothwendig verbundenen Plünderns derMonumente wurde allgemein, so dass schon Polybius die gänzliche Ent-blössung Griechenlands von seinen glorreichen Kunstschätzen voraussieht 1und den Römern vorwirft, sie hätten ihren Sieg entehrt, indem sie ihndurch die Wegführung der Gemälde und Skulpturen, die sie hätten anihren ursprünglichen und geweiheten Plätzen lassen sollen, auf Kostender Besiegten zu schmücken suchten.
Das erste römische Beispiel einer solchen Plünderung gab Marcellusbei der Einnahme von Syrakus , der mit den geraubten Gemälden undStatuen seinen Triumph schmückte, um sie hernach im Tempel der
Polyb. IX. 10. 12.