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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

Ehre und Tugend und in anderen Heiligthümern verbündeter Städteaufzustellen. 1

Seinem Beispiele folgte T. Quintius Flamininus, der Eretria inEuböa ihrer alterthümlichen Bilder beraubte, 2 nur dass er dabei, wie esscheint, allein seiner Privatliebhaberei fröhnte, denn sie werden nicht beiseinem Triumphe erwähnt. Diess geschah 198 Jahre v. Chr. NeunJahre später plünderte M. Fulvius Nobilior die Residenz des Pyrrhus,Ambrakia, deren Reichthum an Gemälden und Kunstschätzen aller Artnach Livius Berichten enorm war. 3

Den mit griechischen Kunstschätzen verherrlichten Triumph desPaulus Aemilius, der drei Tage dauerte (168 v. Chr.), beschreibt Plutarch .Zweihundertfünfzig Wagen waren mit Bildwerken angefüllt.

Hierauf folgte die Zerstörung Korinths durch Mummius, der, selbstkein Liebhaber, nur dem Volke zu Ehren stahl und seine Kunstschätzenicht wieder zurückforderte, die ihm Lukullus abgeborgt hatte, um damitdie Halle des Tempels der Bona Fortuna während der Dedikationsfeierzu schmücken. Dieser weigerte sich, nach Beendigung der -Ceremonie ,sie zurückzuliefern und stellte dem Mummius anheim, sie sich zu holen,wenn er sie haben wolle. So blieben sie geweihtes Eigenthum desTempels.

Das Plünderungssystem wurde in immer wachsendem Massstab fort-gesetzt, durch Pompejus M. während seiner mithridatischen Feldzügevielleicht auf die Spitze getrieben und von untergeordneten Präfektenund Provinzbeamten auf das Schamloseste verfolgt; es dauerte so lange,bis fast nichts mehr zu holen war. Gleichzeitig wanderten die Künstleraus Griechenland und Sicilien in Masse nach Rom hinüber, wohin alleGeldmittel Zusammenflossen und die grössten Unternehmungen ihnen Be-schäftigung sicherten.

So wurde Rom fast ohne eigene Kunst das allgemeine Kunst-museum der alten Welt. Es lag aber nicht im Geist des Alterthums,das Sammeln und Zusammendrängen von Kunstwerken in einem Raume,das systematische Kaserniren und Rangiren der Meister nach Schulenund Stilen, die moderne unkünstlerische, vor allem unarchitektonische,Behängung der leeren Wände mit Bilderrahmen, die mit jenen und untersich in gar keinem Bezüge stehen, sondern das Zufällige oder den Zwang

1 Flut. Marcell. 21 und 30. Liv. XXV. 40. Gic. in Verr. IV. 54.

2 Liv. XXXH. 16. Pausan. VII. 8. 1.

8 Liv. XXXVIII. 9. Polyb. XXII. 13. 9.