Textile Kunst. Chaldäa.
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Die Beantwortung dieser Frage vermissen wir noch lebhafter beieiner Entdeckung, die Loftus an einer andern Ruine innerhalb desselbenBezirkes von Wurka machte; in einem innern Gemache fand er nämlicheinen verworrenen Haufen von Stuckornamenten, bestehend aus Kapitalen,Basen, Friesen und Gliederungen aller Art, die theils ionischen, theilssogar korinthischen Säulenordnungen angehören und mit polychromenOrnamenten bemalt sind. Letztere erinnern nur allgemein an die grie-chischen wohlbekannten Formen und auch das freilich ungenau dargestelltekorinthisirende Kapital mit Eckblättern und dazwischen befindlichermenschlicher Halbfigur in babylonischem Stile lässt Zweifel über denUrsprung dieser Stuckverzierungen, ob sie nämlich der seleukidischenoder noch späterer Zeit angehören oder ob sie vielmehr ursprünglichbabylonisch sind. Man hält sie für die Trümmer eines Tabernakels oder
Stuckornamente aus Wurka.
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Saeellums, welches sich über einem Sarge erhob, der sich unter demGrunde dieses Gemaches vorfand. Nicht weit von dem Bauwerke, indessen Innerem die genannten Stucktrümmer entdeckt wurden, traf manauf Keilinschrifttafeln mit griechischen Zodiakalbildern und den Namendes Antiochus und des Seleukus; diess bewog die Entdecker, die be-zeichneten Stuckornamente derselben Zeit beizumessen. Immerhin mögenhierüber noch Zweifel gestattet bleiben, da der Charakter dieser Archi-tekturtheile mit dem Baustile der nachalexandrinisehen Zeit nicht ebenübereinstimmt, soweit sich jener nach den sehr unvollkommenen Dar-stellungen der fraglichen Gegenstände, die veröffentlicht wurden, beur-theilen lässt.
Wie dem auch sei, so zweifle ich nicht, dass die Technik desBildens plastisch-architektonischer Gegenstände aus Stuck auch bei denBabyloniern wie in Indien uralte Ueberlieferung war und dass diesesVerfahren aus der Sitte, die Lehmwände mit Stuck zu bekleiden, hervor-ging. Nicht geringes Interesse gewähren die oben erwähnten Särge aus