Textile Kunst. Ghaldäa.
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Fünfzehn Meilen östlich von Wurka liegt die Ruinengruppe vonSinkereh; sie besteht aus drei Erdhügeln, genannt der grosse Berg, derrothe Berg, von der Farbe der rothen Backziegel, woraus er besteht, undder Kameelberg, von der Aehnlichkeit mit diesem Thiere. In der Thaterheben sie sich von Wurka aus gesehen in der Luftspiegelung am Hori-zonte gleich mächtigen Bergen. Auch hier ist der ganze Raum zwischenden Monumenten mit Särgen ausgefüllt, die manche sehr interessanteAlterthümer enthielten. Hier und an den übrigen Ruinenorten der Gegendwurden nach der Behauptung der Araber schon grosse Schätze und Königs-leichen mit goldenem Krönungsschmuck, mit Krone und Scepter, gefunden.
Herr Loftus hat diese Ruinen untersucht und monogrammatischeKeilinschriften nebst Terrakottatafeln von der oben beschriebenen Art ingrosser Anzahl entdeckt. Wenn wir nur den Inhalt dieser Inschriftenmit Sicherheit entziffern könnten.
Noch unzählige andere, zum Theil selbst unbesuchte, viel wenigerdurchforschte, Städtetrümmer dieser Art bedecken den Alluvialboden, dereinst die Wiege der Menschheit trug, aber schon zu Alexanders Zeit derGewalt der Elemente zurückverfallen war. Der makedonische Herosbesuchte die Gräber der alten chaldäischen Könige und unternahm dasHerkuleswerk, diese versumpften Marschen und ausgedorrten Hochlandeder Civilisation wiederzugewinnen, ein Unternehmen, worüber er erkrankteund starb.
Die Kette dieser merkwürdigen Umwallungen mit dem darüberhoch hinausragenden Terrassensysteme der Palast- und Gräbertempel, daszugleich Festung bildet, reicht zuerst aufwärts zu beiden Seiten desEuphrat bis nach Babylon , wo der in ihm enthaltene Typus während desneubabylonischen Reiches, das durch Kyros gestürzt wurde, eine Meta-morphose erleidet, wovon weiter unten die Rede sein wird. Wenige vonihnen wurden untersucht, fast alle dienten Jahrhunderte hindurch alsBegräbnissplätze. Zunächst Babylon liegt der Ruinenberg El Hymer,ein solides quadratisches Bauwerk, bestehend, gleich dem Birs Nirnrud,
und die bildende Kunst, der sie bezeichnet, lässt sie bei flüchtiger Prüfung als spätes,einer Verfallszeit angehöriges, Werk erscheinen; aber eine gewisse Stillosigkeit, dasäusserlicb Bewegte und Burleske, die Plankenmanier (die von dem Barocken der Ver-fallszeiten himmelweit verschieden ist) findet sich stets als Vorläuferin der starrenhieratischen Kunst, die niemals einen primitiven Zustand der künstlerischen Bildungeines Volkes bezeichnet. Ich werde Gelegenheit haben, in den Artikeln über Aegypten und Griechenland und noch sonst auf diesen hier flüchtig berührten Punkt zurückzu-kommen.