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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

Aus dem Gesagten geht hervor, was sich übrigens durch die ganzanaloge Stellung, die der Stein, verglichen mit anderen Stoffen, in derStilgeschichte der Skulptur einnimmt, bestätigt, dass jene assyrischen Alabastertafeln auch in architektonischem Betracht Spätgeburten desStiles sind. Die Ordnung erheischt daher die vorherige Berücksichtigungdessen, was vor jenen steinernen Wandpannälen da war und gleichsamvon diesen an den unteren Theilen der Wand versteckt wird. Wirmüssen uns in der That jenes ganze reiche Bekleidungswerkdes unteren Theiles der assyrischen Mauern, mit Einschlussjener grossartigen Bukentauren, Sphinxe, Greifen und Löwen ,der riesigen Hüter des Eingangs zu der Königsburg, als garnicht struktiv mit dem Werke verbunden denken, ja sogar derräumliche Begriff ist nicht zunächst durch sie ausgedrückt; derselbe fandvielmehr seinen Ausdruck schon vorher durch das eigentliche Beklei-dungswerk der durch sie an ihren Sockeln umstellten und garnirtenWände.

Von diesem eigentlichen Bekleidungswerke haben sich nun auchan den assyrischen Ueberresten sichere Spuren erhalten und manches,was sich nicht mehr nachweisen lässt, wird uns darüber klar berichtetoder lässt sich nach der Analogie anderer verwandter Werke restituiren.Viele, ja die meisten Räume hatten gar keine Steinbekleidungen und sinddesshalb, weil sie den antiquarischen Schatzgräbern und Kommissionärender Museen keine Ausbeute lieferten, fast ganz ununter sucht geblieben;ein Umstand, der einen bedauerlichen, nicht leicht mehr ergänzbaren,Hiatus in dem ehrwürdigen Urtexte der Geschichte der Baukunst, denwir so glücklich waren, wieder aufzufinden, zurücklässt.

Vielleicht würde man auf älteste Stuckaturarbeiten, d. h. auf Stuck-reliefs und Stuckornamente oder auf mit bemalter Kreide überzogeneThonreliefs gekommen sein, was mich nicht im Geringsten Wundergenommen, sondern meinen Ideen über die Stilgeschichte der Malerei undPlastik sowie analogen Erscheinungen in Indien, China und sonst ent-sprochen hätte.

Auch über die so interessanten Wandmalereien auf Stuckgrund,über die Beschaffenheit der letzteren und die Art der Malerei, die dabei

Konstruktionsziegeln, wo sie sich vorfmden, für zuverlässigere Zeugen des Alters derMonumente als jene Skulpturen, obschon auch die Ziegel insofern täuschen, als sieauch späteren Reparaturen und Erweiterungen eines viel älteren Monumentes angehörenkönnen. Ein aus Luftziegeln bestehendes Bauwerk, und selbst ein solches aus Back-steinen, musste ohne derartige Reparaturen bald verfallen,