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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
Entstehung
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Viertes Hauptstück.

Intarso, das sclion der Wilde an seinen Waffen und Geräthen ausübt,das man beinahe bis zu der Sitte des Tättowirens hinauf zu verfolgengeneigt wäre, als eine dauerhaftere Art des Malens oder ob nicht viel-mehr das gemalte Ornament als billiges leicht ausführbares Surrogat fürdas ältere, oder doch wenigstens früher zur Kunst ausgebildete, Intarsogelten müsse, woran sich dann noch die wichtige Frage über das Ver-halten des Reliefs zu beiden genannten Methoden der Flächendekorationknüpft, — alles für die Stiltheorie sehr wichtige Zweifel, denen wirüberall begegnen, wo wir auf Spuren früher Kunstbethätigung treffen.

Möge ihre Lösung ausfallen wie sie wolle, so bleibt gewiss, dassfür die Baukunst das zuerst genannte Verfahren des Bekleidens der Ge-zimmer durch Metall dasjenige sei, das wegen seiner frühen Anwendungin jener Kunst und der wichtigen Folgen, die daraus für sie erwuchsen,unsere Berücksichtigung zuerst oder am meisten in Anspruch nehmenmüsse. In der That ging aus ihm der Kanon, das Organon derklassischen Baukunst, hervor.

Die dekorativen Details an den Möbeln der Assyrier, die in dieserBeziehung das Gepräge grosser Ursprünglichkeit tragen, sind dreifacherEntstehung. Sie haben erstens einen rein technischen Ursprung, d. h.sie gelien aus den Prozessen hervor, die bei ihrer Verfertigung angewandtwurden. Zweitens sind sie utilitarischer Entstehung, beziehen sie sichaut die Nutzung des Ganzen, oder auf die Dienste, die jeder Theil leistet,indem er mit anderen Theilen desselben Systems, die anders fungiren,zusammenwirkt. Drittens endlich sind einige von ihnen tendenziöser undsymbolischer Bedeutung.

Diese letzteren tendenziös symbolischen Formen treten fast niemalsrein als solche und für sich allein auf, sondern haben beinahe immergleichzeitig einen technischen oder einen utilitarischen Nebensinn, der oftsogar zu der Hauptidee sich erhebt. Es ist gerade der assyrische Stilfür die Theorie der Kunstformen so äusserst wichtig und interessant, weildie Symbole hier noch durchaus ihren tendenziösen Sinn behielten, dabeiaber zugleich mit grossem Geschicke und bewusstem Thun von den assy-rischen Meistern struktiv-symbolisch oder in utilitarischer Bedeutungbenützt wurden.

Was nun die zuerst erwähnten technischen Elemente der Formbetrifft, so sind sie bei den genannten Gegenständen, wie bereits angc-tiibrt wurde, wohl beinahe ausschliesslich aus derjenigen Kunst in Metallzu arbeiten, die ich Empaistik nannte und bereits hinreichend bezeichnethabe, abgeleitet: Zuerst volle unelastische vollständig rigide Hauptformen. —