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Viertes Hauptstück.
Zu den merkwürdigsten Denkmälern der zuerst bezeichneten Artgehören zunächst die Mauern und in Stein konstruirten Tumuli der Stadtdes alten Tantalos am Sipylos, und die noch ursprünglichem in ihremInnern noch nicht untersuchten Grabhügel bei Sardes , darunter das vonHerodot beschriebene Grabmal des Halyattes, welches eintausenddreihundertFuss im Durchmesser und fünf Denkmäler auf seiner Spitze hatte. Nochjetzt misst die Höhe des Erdhügels über zweihundertfünfzig Fuss . 1
Das altchaldäische Konstruktionsprinzip, nämlich die Aufführunggewaltiger Grundbauten mit Hülfe sich einander durchkreuzender Mauern,deren Zwischenräume mit Füllwerk gefüttert sind, und die Inkrustirungder Aussenseiten des aus einem schlechteren Stoffe ausgeführten Werksmit einer Steinbekleidung, zeigt sich an allen diesen Werken, nur dassstatt der chaldäischen Erdfüllung hier schon zum Theil das feste Bruch-stein- und Mörtelfüllwerk kommt, was später den Römern bei ihrengewaltigen Eilbauten so bequem war. Auch in den Formen sind diese.pyramidalischen Tumuli Lydiens mittelasiatisch. —
Ganz verschieden in Bauart und Charakter von den gedachtenlydischen Konstruktionen sind die aus gewaltigen polygonen Steinen fest-gefügten Kyklopenmauern der alten Leleger; vielleicht Reste des inKleinasien ursprünglich einheimischen Baustiles, der von hier aus nachGriechenland und Italien sich verbreitete. Wenigstens findet sich nichtsderartiges weder in Mittelasien noch in Aegypten . In dem Hauptstückeüber Maurerei werden sie an eigentlichster Stelle zu besprechen sein,wesshalb hier in Betreff ihrer nur noch gesagt sein mag, dass sie nichtzum Kunstbau gehören, sondern Wälle und Substruktionen sind, undzwar als solche nur zu schützen und zu tragen hatten. Wir dürfen daherden Stil, dem sie angehören, nicht nach ihrer Massenhaftigkeit beurtheilen.Wir werden vielmehr sehen, dass jene sogenannten Kyklopenmauern derreichsten und zierlichsten Ornamentation das Feld liehen. Schon anjenen asiatischen Werken dieser Gattung erkennt man mitunter deutlicheSpuren von Metallbekleidungen, hinter denen vor Zeiten das unregel-mässige Gefüge der Felsblöcke verschwand. Wegen dieser metallischenAussenwände hiessen sie auch adamantische, d. h. stählerne oder bron-zene Mauern. Auch von Babylons Wällen erzählen einige Nachrichten,dass sie in gleicher Weise zum Theil mit Metall bekleidet waren, und,wenn auch vielleicht für das weite Babylon unwahr, dürfen diese
1 Vergl. Texier deseription de l’Asie mineure III, pag. 20. Curtius ArtemisGygaea und die lydischen Fürstengräber. (Archäologische Zeitung IX.)