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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

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der Erfindung neuer Typen, die der Masse unverständlich gebliebenwären, oder erkältende Wirkung gemacht hätten, bestand die neueSchöpfung . 1 —

Vermeidung alles unnöthigen Hinweises auf die Schwere und dieTrägheit der Massen, daher Verbannung des Bogens aus der Reihe derKunstformen, Benützung dieser Masseneigenschaften nur dazu, um dieThätigkeit und das Leben der organischen Glieder prägnant hervorzu-heben, kurz Emanzipation der Form von dem Stofflichen und dem nacktenBedürfniss, ist die Tendenz des neuen Stils.

Bei dieser Tendenz musste das hellenische Bauprinzip vornehmlichdie Farbe, als die subtilste körperloseste Bekleidung, für sich vindicirenund pflegen. Sie ist das vollkommenste Mittel, die Realität zu beseitigen,denn sie ist selbst, indem sie den Stoff bekleidet, unstofflich; auch ent-spricht sie in sonstigen Beziehungen den freieren Tendenzen der helleni-schen Kunst.

Die Polychromie ersetzt die barbarische Bekleidung mit edlenMetallen, die Inkrustationen, die eingelegten Edelsteine, die Getäfel undsonstigen Parerga, womit das asiatische Werk so verschwenderisch aus-gestattet ist.

Dieses ergibt sich schon aus dem oben bezeichneten Gegensätzezwischen barbarischer und hellenischer Kunstweise, es findet in dem, wasan den Ueberresten der Monumente noch wahrgenommen wird, und nichtminder in dem, was die Alten selbst darüber berichten, seine vollsteBestätigung.

1 Dass den spätem Griechen die Hohlkonstruktion für die heroische Architekturganz besonders bezeichnend war, und die Erinnerung daran selbst im Volke lebendigblieb, leuchtet hervor aus verschiedenen Stellen der Dichter, die mir nur mit Rückblickauf das genannte Prinzip des Bauens in ihrem wahren und ganzen Sinne erklärlichscheinen. So lässt Theokrit (Idyll. 24) die von der Hera abgesandten Drachen durchdie hohlen Pfosten der Thür in den Oikos des Amphitryo schlüpfen, um den Säuglinganzufallen: [Ißpcmy (dgdxovTag) snl nXarvv ovdöv, ö'vR ara&ßd xolXa ■d-vgdavotzcp, dnSiX^cracra cpaystv ßpeipog 'HyaxXtja.] So auch hebt Oedipus die hohlenPfosten der von Innen verriegelten Thür aus ihren Lagern, um in den Thalamos zudringen, woselbst Jokaste sich erdrosselt hat (ex de nv&f.ieva)V "Exkwe xotka xXrjß-Qa,xdfJTiiTim ar^yrj. Sophocl. Oed. reg. 1241 seqq.). Auch die ölxoi xoikoard# [loiund das Zeitwort xodkoaTa&neco erklären sich aus der gleichen asiatisch urthümlichenKonstruktionsweise, um die es sich handelte. (Septuaginta Agg. c. I. v. 4. — 1 Reg.6. 9.) — Vergl, jedoch H. Rumpf de interioribus aedium Homericarum partibus Disser-tatio sec. Gissae 1858 pag. 83, der bei diesen Stellen überall nur Schnitzwerke (Cae-laturen) verstanden wissen will.