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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

Plinius verschafft uns ausserdem einige Notizen über alte in Ziegeln undHolz ausgeführte Tempel zu Rom , bei denen die Terrakottaverzierungenin grosser Verschwendung angewandt waren. Wo uns aber die Texteüber diese Frage in Ungewissheit lassen, dort werden wir durch zahlreicheerhaltene Bruchstücke solcher Bekleidungen in Bezug auf dieselbe allesZweifels enthoben. Derartiges fand man tief unter der antiken Terrassen-sohle des Parthenon , nämlich Terrakotten, die zur Bekleidung des altenHekatompedon gedient hatten. Bruchstücke desselben Stiles fand derHerzog von Luines unter dem Schutte eines Tempels zu Metapont ;Siciliens Museen sind an Terrakotten dieser Gattung reich, worunterbemalte Platten, welche die Wände bekleideten, oder auch zwischen denBalken der Stroterendecke die Stelle der späteren Steinplatten vertraten.

In den Gebieten von Cortona und Perugia wurden Gräber entdeckt, die theils mitTerrakotten, theils mit Schiefer 1 getäfelt undbemalt waren. Aehnliches in Ardea.

Hier bleibt die Frage offen, wie dasmit Terrakotten bekleidete Holzwerk desEpistyls und der Decke mit dem gleichfallsin alter Zeit hölzernen Stützwerke (denSäulen) in Harmonie gebracht wurde? —Ich meinerseits zweifle nicht, dass die archai-schen Holzsäulen eine dem Deckenwerkeentsprechende Bekleidung gehabt haben.Hierüber belehren uns die Alterthümer Ita-liens , wo sich alte gräko-italische Motive derKunst bis in die Spätzeiten erhielten.

Nicht nur fanden sich in Pompeji und in Sicilien die Bruchstückevon Kapitalen und Säulenbekleidungen aus gebrannter Erde, obschonmeines Wissens nicht von dorischer, sondern immer nur von korinthischerOrdnung, sondern die korinthischen Kapitale, welche, aus Stein ausgeführt,den Zeiten der Republik angehören oder doch Reminiscenzen des altenStiles tragen, sind entschieden im Töpferstile gehalten, und ver-rathen ihren stilistischen Ursprung aus dieser Technik, die, wie bekannt,

Säulcnkapitäl aus Terrakotta.Sicilien.

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1 Marchese Venuti sopra un’ anticha pittura trovata nel’ territorio Cortonese.Atli di Cortona T. IX. 1791. 4°. Der Schiefer ist gleichsam natürlich gebrannte Erde,so dass es gestattet sein mag, dieses merkwürdige Schiefergetäfel eines uralten etrus-kischen Urabes hier zu erwähnen.