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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Viertes Hauptstück.

und Grobheit gegen Andersdenkende, deren ein Franzose fähig ist, unszwingen, mit ihm in der Wandmalerei nichts weiter als das Resultateiner „fächeuse rdvolution“ in den Künsten, die zur späten Römerzeiteintrat, zu erkennen, und ihm beizupflichten, wenn er die entgegengesetzteMeinung „une erreur grossicre et une malheureuse illusion de notre äge“nennt. Auch darüber theilen wir nicht seine Ansicht, wenn er überallnur Holztafeln sieht, wo immer bei den Alten die Ausdrücke tabula,accvig, nivag, oder diesen ähnliche für Gemälde Vorkommen; sie könnenallgemein nur für Bilder oder Schildereien stehen; sie können auch andereTafeln als hölzerne bezeichnen; wir wissen wenigstens, dass sie häufig ausSchiefer (so das herrlichste erhaltene Gemälde der Antike, die Muse vonCortona ), Metall, Terrakotta, Marmor und Stuck waren und oft so grosseDimensionen und so bedeutendes Gewicht hatten, dass die Staffeleien,worein man sie hängte, um sie zu malen, Maschinen hiessen und auchwirklich waren. Diess erhellt aus dem bekannten Wettkampfe zwischenApelles und Protogenes, der sich auf einer Tafel von grosser Ausdehnungentschied , 1 die zum Malen in der Maschine befestigt oder aufgehängt war.Malereien auf grossen Schiefertafeln fand man in etrurischen Gräbern,dergleichen auf Terrakotta in Sicilien ; die berühmten vier mit zartenrothumzogenen Zeichnungen bedeckten Marmortafeln aus Herkulanumwaren höchst wahrscheinlich der Grund enkaustischer Malereien, welchedie Hitze der Lava zerstörte . 2 Vier Gemälde 3 auf präparirten Stuck-tafeln wurden zu Stabiae oder (nach anderen) zu Portici je zwei undzwei am Boden gegen eine Wand gelehnt gefunden, letztere mit Ver-tiefungen von der Grösse der Bilder in dem Stuck, um sie aufzunehmen;viele der Bilder in Pompeji sind auf diese Weise eingesetzt. OhneZweifel waren gerade diese Stucktafeln (die auch in neuester Zeit dertreffliche Landschafter Rottmann zu seinen enkaustischen Bildern wählte)für Gemälde, die auf Bestellung und zu der Ausschmückung eines be-stimmten Ortes (eines Tempels, einer Stoa oder dergl.) gemalt wurden,die gewöhnlichsten.

1 Tabulam magnae amplitudinis in machina aptatam picturae anus una custo-

diebat. Plin. XXXV. 10.

3 Bötticher, Arch. der Malerei S. 145 ff. Vergleiche in dem Hauptstück Keramik.

3 Pitture d’Ercolano tav. IV. Nr. 41, 42, 45, 46. Zu Givita fand man Gemäldein hölzernen Rahmen eingefasst und mit eisernen Haken in eine Mauervertiefungbefestigt. Pitt. d’Ercolano II. tav. XXVIII. Jorio peintures anciennes pag. 12,Naples 1830.