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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Die Römer. Frühe Zeit.

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Das Resultat dieser Verschmelzung ist so homogen, dass es schwerfällt, dem Einzelnen, woraus es besteht, seinen Ursprung nachzuweisen.Am schwierigsten ist diess in der uns hier beschäftigenden Frage, wasaus der Tradition des Wandbekleidens unter den Römern ward? —

Man muss auch hier zwischen den verschiedenen Perioden desrömischen Volkslebens strenge unterscheiden, um zu einer Anschauungzu gelangen.

Zuerst bildet für die frührepublikanische Zeit Roms dasjenige, wasin Italien überhaupt in dieser Beziehung Sitte war, einige Anhaltspunkte.Die Zeit der Triumphe über eroberte Länder, die durch Kultur, Reich-thum und Künste hervorragten, wie Süditalien, Sieilien, Griechenland ,Aegypten und Asien , bezeichnet eine zweite Periode der Wanddekoration,über die es nicht an Daten fehlt. Die befestigte Weltherrschaft unterAugust und dessen nächsten Nachfolgern führt drittens neue Motive indie dekorative Kunst ein, die auf den Stil der Baukunst im Allgemeinenmächtig einwirken. Die Periode der höchsten Verschwendung und desallgemeinen Sittenverfalls bietet endlich eine Verwirrung des Reichthumes,in welcher es schwer wird, ein Prinzip zu erkennen, obschon auch hieran Daten in den Autoren über diesen Luxus und an Ueberresten des-selben kein Mangel ist.

Die alte Zeit der Könige und der Republik verräth schon die zähepraktische Energie und das Zusammenwirken zu einem hohen lang-verfolgten Ziele, wodurch die Römer Meister der Welt wurden, in gross-artigen in Quadern ausgeführten Nutzbauten, bei denen der Bogenschon völlig ausgebildet und in trefflichster Ausführung erscheint.

Nichts scheint dem Thema, das uns hier beschäftigt, ferner zuliegen als der Bogen, diejenige Architektur form, bei der sich das Kern-schema von dem Kunstschema am wenigsten trennen lässt, die absolutkernhaft und konstruktiv ist, — und dennoch gehört er hierher, nämlichals durchbrochene Wand oder vielmehr als Wanddurchbrechung,als welche er auch allein nur von den Italern architektonisch aufgefasstwurde, denn die Gewölbe des alten Italien sind, wo immer sie auftreten,nur fortlaufende Bögen, gleichsam Durchbrechungen einer Mauer vonausnehmender Dicke. Das eigentliche Gewölbe ist erst eine Erfindungder Kaiserzeit und entbehrt selbst nach seiner Einführung bei den Römerndie Eigenschaften einer selbstständigen Kunstform, bleibt ohne eigeneStruktursymbolik und nichts weiter als eine gebogene Decke, eine Ueber-spannung des Raumes.

Wir sprechen also hier nur von dem Bogen in Verbindung mit der