Textile Kunst. Die Römer. Frühe Zeit.
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der Säulenordnung mit der Bogenmauer „eine Dekoration, zu welcherdas System der hellenischen Architektur seine Formen hergeben musste“oder eine Zweispaltigkeit ; eine „Konvenienzheirath, die aus Rücksichtenäusserer Zweckmässigkeit geschlossen wurde,“ und dergleichen andere fürdie alte Republik schmeichelhafte Dinge erkennt, oder in den Säulengriechische Jungfrauen sieht, die die Römer als Sklavinnen wegführten,„edelgeborne zwar, die aber durch den gezwungenen Dienst im fremdenHause, dessen Gesetze nicht die ihrigen, eine Trübung ihrer ursprüng-lichen Anmuth und Heiterkeit erfahren haben.“ Diess alles, wenn nochso schön erfunden, hindert nicht, mit der Behauptung hervorzutreten,dass durch die Verbindung der Bogen wand mit der Wandsäule die Auf-nahme der Decke und des Dachwerkes durch die Mauer auf ursprüng-lichere und zugleich auf rationellere Weise vermittelt wird, als diess beider griechischen Cellamauer der Tempel geschieht, die für das ästhetischgebildete Auge den auf ihr ruhenden Architrav von einer Ante bis zurandern ununterstützt lässt, was die griechischen Architekten sehr wohlfühlten und was sie zu allerhand schwankenden Auskunftsmitteln veran-lasste, deren keines die Schwierigkeit oder den Widerspruch allseitiggenügend löst.
Die Veranlassung ist günstig, hier einer anderen allgemein ver-breiteten Ansicht entgegenzutreten, die in den sogenannten WandsäulenSpätgeburten der Baukunst und entartete Formen erkennt, während siegerade archaisch oder doch dem Alterthtimlichen entsprechend (archaistisch)sind. Ich hatte schon einige Male Gelegenheit, auf das Alter des Ge-brauchs, die Säulenzwischenräume zu versetzen oder wenigstens zu ver-gittern, hinzudeuten, — die römischen Arkaden sind nun eben von der-selben Seite aufzufassen, sind nichts weiter als durchbrochene Diaphrag-men (Zwerg- oder Quermauern) zwischen Säulenstellungen, wenigstens derIdee nach; sie reichen auch derselben Idee nach eigentlich nicht weiterhinauf als bis zur Kämpferhöhe, wodurch jener römische Kämpferabschlussund gleichzeitig die Ausfüllung der, als ursprünglich leer zu betrachtenden,Zwickel rechts und links von dem Bogen mit Bildwerken (zumeistgeflügelten oder doch schwebenden Figuren) motivirt wird. DerselbeKämpfer läuft um die Zwischenwände der Säulen des choragischen Lysi-kratesmonumentes zu Athen , und dort ist ebenfalls der (der Idee nach)
Form so wichtigen Tabularium (von Q. Lutatius Catulus im Jahr R. 676 erbaut), wievon den Tempeln zu Cora und von den anderen wenigen Ueberresten aus der republi-kanischen Zeit ist in keinem der erwähnten Handbücher die Rede.