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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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Textile Kunst. Die Römer als Welteroberer.

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antiken, allgemeinen circumlitio theilweise auf ihnen erhalten, und dieserUeberzug zeigt noch zugleich häufige Spuren seiner einstigen Farbe undVergoldung. So an den drei Säulen auf dem Forum Romanum, derenuntere Theile seit vielen Jahrhunderten, wohl noch von der Zeit desUnterganges der römischen Herrlichkeit her, tief in Schutt begrabenlagen. Grade diese untern Theile zeigen genau bis zu dem Rande derehemaligen Schutthöhe eine mit der Oberfläche des Steines gleichsamverwachsene oder in sie eingebeizte rothe Färbung, die selbst von denGegnern der Polychromie nicht geleugnet wird. 1

Eben so evident sind die von mir entdeckten Ueberreste von Farbenund Vergoldungen an der Säule des Trajan, deren Vorhandensein vonanderen Architekten aller Nationen, die ich aufgefordert hatte, die Säulemit mir nochmals zu untersuchen, bestätigt wurde. Ich hoffte dadurchgewissen leicht ausgesprochenen und eben so leicht geglaubten Zweifelnoder Widersprüchen zu begegnen, die ich voraussah. Von diesen neunArchitekten, die, nachdem ein Jeder einzeln sich an einem Stricke an derSäule heruntergelassen und dieselbe ihrer ganzen Höhe nach untersuchthatte, alle ohne Ausnahme meine Beobachtungen bestätigten, hat einigeJahre später (im Jahre 1836) einer, Herr Morey, sein Zeugniss zurück-genommen, indem er jetzt in dem Blau sowie in dem Grün nur Kupfer-oxyd, was von der Bronzestatue heruntergelaufen sei, in dem Roth, daser vorfand, nur rothen Crayon erkennen wollte. Dieser tardive Wider-ruf und die daran geknüpfte abenteuerliche Erklärung des Vorhanden-seins der Farben aus zufälligen Ursachen (vielleicht wollte sogar damitangedeutet werden, ich hätte diesen Rothstift an die Säule geschmiert,um meine Collegen zu täuschen), begründet auf Beobachtungen, die keineZeugen hatten, finden ihre Würdigung in dem grossen HittorffschenWerke (S. 142), wo man alles Nähere Uber diesen Gegenstand zusammen-gestellt findet; auch das meine Beobachtungen bestätigende Gutachtendes Herrn Constant Dufeu 2 , der die Trajansäule im Jahre 1834 genau

1 Zwar will Kugler sie nicht als antik gelten lassen, weil sie angeblich auchüber einige alte abgesprungene Stellen und Beschädigungen der Säulen sich erstreckensoll, aber können diese nicht sehr alt, älter als die letzte antike expolitio des Gebäudessein; und wer hätte denn diese rothe Färbung gemacht, die älter sein muss als dieerste Terrainerhöhung, da sie sich gerade an den untersten Theilen der Säulen ambesten erhielt, und genau so hoch hinaufreicht wie der Schutt reichte, der die Säulenbis vor wenigen Jahrzehnten umgab?

2 Vergl, meinen Brief an meinen verstorbenen Freund, den Sekretär der arcli.Gesellschaft zu Rom , Rr. Kellermann, vom 10. Juli 1833, im Bulletino dell Inst, dicorr. areheol. a. 1833 pag. 92.