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Viertes Hauptstück.
dem antik-hellenischen formal-tektonischen Elemente vermählt undinnig verbunden erscheint, sich von letzterem trennt. Bei diesem Zer-setzungsprozesse entwickelt sich das struktive Element einseitig immermehr als Massenbau, in welcher Richtung selbst die spätrömische Bau-kunst noch Grossartiges hervorbringt, das formal-tektonische Element da-gegen verkümmert zusehend und kehrt immer entschiedener zurück zudem asiatischen Bekleidungsmaterialismus. Dieselben glänzenden bunt-gestickten Hüllen, welche gleichsam die Windeln der antiken Kunstwaren, sollten auch die Grabtücher sein, worein sich ihre Mumie ver-puppte. Wie sehr gleicht der Teppichreichthum, die Verschwendungedler Metalle, womit die Mauern und Strukturen aller Art beblecht sind,die Juwelierarbeit und Emailleursgeschicklichkeit, vergeudet für Wände,Decken und Fussböden, das Getäfel der Räume mit Jaspis und Elfenbein,mit Glas und Bernstein , die Mosaikmalerei und sonstiger Bekleidungs-schmuck, für den das asiatisirende alternde Rom seine geraubten Schätzepreisgibt, wie sehr gleicht alles dieses der barbarischen Pracht der, zu-gleich rohen und raffinirten, chaldäisch-assyrisehen inkrustirten Erdwände!
Ein grosser Theil des Luxus der späten Kaiserzeit war schon denDiadochen nichts Neues, und unter Nero, ja schon unter Augustus, inRom eingeführt, aber er wusste sich wenigstens noch einigermasseninnerhalb der Schranken des allgemeinen architektonischen Gesetzes zubewegen, und der Kostbarkeit der Stoffe entsprach noch die Kunst, dieihre Verarbeitung übernahm, obschon der Rückschritt, den letztere bereitsunter den Ptolemäern gemacht hatte, ausdrücklich bei der Beschreibungdes, durch seine unglaubliche Pracht berühmten, ptolemäischen grossenNilschiffes (des Talamegos) mit Bedauern erwähnt wird.
Des Ruffinus Bericht von dem ptolemäischen Serapeum zu Alexandria ,wonach das innere Heiligthum dreifach, zuerst mit Gold, dann mit Silber,zuletzt mit Erz belegt war, zeugt davon, wie ein tiefsinnig-religiösesHerkommen, das auch Phidias achtete, aber zugleich künstlerisch ver-werthete, unter verschrobenen Zeitverhältnissen zu plattestem Unsinn wird.
Mit dieser asiatischen Pracht wetteiferte zu Rom schon M. Scaurusbei seinem hölzernen Theater, dessen dreistöckige Scene mit Marmor,Gold und Mosaik belegt war. Unerhörtes, später nicht mehr Erreichtes,wagte in dieser Richtung der tolle Nero in seinem goldenen Hause. Diealexandrinische Stoffverhüllung, das Verstecken des Kostbareren durch