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Viertes Hauptstück.
Die andere bildet einen fast eine Linie dicken braunen Ueberzug auf der Trajans-säule (Hals des Kapitals). Im Platinlöffel erhitzt verkohlt sie sich unter Verbreitungeines brenzlichen Geruchs nach verbrannten Federn; sie enthält also stickstoffhaltigeorganische Bestandtheile.
Der Rückstand war noch braun, aber heller, und lösete sich in schmelzendemBorax mit gelber Farbe, die beim Erkalten verschwand, auf (Eisenoxyd).
Kochende Salpetersäure lösete den Rückstand grösstentheils unter Aufbrausenauf (Kohlensäure).
Aus der neutralisirten Auflösung schlug kleesaures Kali, auch bei grosser Ver-dünnung, Kalk nieder. Also: kohlensaurer Kalk.
Schwefelsäure gab in der verdünnten Auflösung keinen Niederschlag (Abwesenheitvon Blei).
Ammoniak gab einen schwachen bräunlichen, Blutlaugensalz einen dunkelblauen,Schwefelwasserstoffammoniak einen schwarzen Niederschlag, also Eisenoxyd.
Das in Salpetersäure unauflösliche wurde mit kaltem Wasser behandelt; salz-saurer Baryt und kleesaures Kali gaben schwache weisse Niederschläge, also G y p s.
Der Gyps wurde durch Kochen mit kohiensaurem Natrum zersetzt und mit Salz-säure behandelt, wodurch sich alles bis auf einen geringen kohligen Rückstand auf-lösete, also reiner Gyps ohne Kieselerde.
Um die Natur des organischen Bestandtheiies zu prüfen, wurde die gepulverteFarbe mit Aether, Alkohol, Wasser und verdünnter Aetzlauge gekocht. Ersterer zoggar nichts aus, Alkohol nur eine Spur, Wasser etwas mehr, indem es sich gelblich färbteund einen geringen verbrennlichen Rückstand hinterliess, ohne jedoch das Pulver imGeringsten zu entfärben. Die verdünnte Aetzlauge wirkte nicht viel stärker.
Eine Auflösung von kohlensaurem Natrum griff aber stärker ein, indem sie sichstark braun färbte, während das Pulver heller wurde. Säuren fällten den organischenBestandtheil aus dieser Auflösung nicht. Noch mehrere Versuche, den organischenBestandtheil zu isoliren, um seine Natur genauer zu bestimmen, gaben keine bestimm-teren Resultate; am meisten scheint er mit dem Humus, und zwar in Verbindung mitKalk, übereinzukommen. Zum Theil war der Kalk aber schon in der unverbranntenFarbe mit Kohlensäure verbunden, indem verdünnte Salzsäure ein schwaches Brausenbewirkte. Ammoniak schlug aus dieser Auflösung eine Verbindung von Kalk mit einerorganischen Materie nieder, und liess salzsauren Kalk aufgelöset.
Nach diesen Versuchen besteht die Farbe aus humussaurem Kalk (umbraähnlicheDammerde), kohlensaurem Kalk, schwefelsaurem Kalk (Gyps), Eisenoxyd; wovon derGyps wahrscheinlich als Bindemittel der färbenden Substanz zugesetzt ist,
Wilhelm Semper, Chemiker.