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1 (1878) Die textile Kunst für sich betrachtet und in Beziehung zur Baukunst
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489
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Textile Kunst. Schlussbemerkungen.

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Brief des Herrn Oberbaudirektors Schinkel an den Verfasser.

Ew. Wohlgeboren

haben mir durch die gütige Uebersendung Ihrer Schrift über die bemalte Architekturund Plastik bei den Alten eine ganz besondere Freude gemacht, indem ich mit Ver-gnügen sah, dass Sie nicht zögerten, die vorläufigen Eröffnungen über diesen wichtigen,in unserer modernen Architektur vielfach wirksamen Gegenstand gleich in die Welt zuschicken, um dadurch anderem, vielleicht missverstandenem, Zuvor-kommen zu begegnen. Es kann nicht fehlen, dass die Neuheit der Sache fürunsere Tagesmenschen mancherlei Widersprüche hervorrufen wird, diese können Ihnenaber nur willkommen sein, weil Sie dadurch in den Stand gesetzt werden, Ihre weiterintentionirten Bearbeitungen in diesem ausgedehnten Kunstfelde um so vielseitigeranzulegen, um nach allen Seiten hin den Quellengeist griechischer Bildung schlagendhervortreten zu lassen.

Von ganzem Herzen wünsche ich Glück und besten Fortgang in diesem Unter-nehmen, zu welchem Sie die Erwartung der Kunstfreunde durch Ihre Schrift aufsHöchste gespannt haben. Eingedenk der höchst angenehmen persönlichen Mittheilungen,welche mir bei Ihrem Aufenthalte in Berlin zu Theil wurden, kann Niemand mehrAntheil an allen Ihren verdienstlichen Bestrebungen nehmen als Ew. Wohlgeboren etc. etc.

Berlin , 19. Juni 1834.

Schinkel, Oberbaudirektor.

Qualitative Analyse einiger Farben von antiken Gebäuden.

Die erste bildet einen glänzenden, hellblauen Ueberzug auf dem weissen Marmordes Plafond des Theseion und lässt sich mit Leichtigkeit ablösen.

Auf einem Platinblech erhitzt schmolz sie, entzündete sich und verbrannte mitdem Geruch nach brennendem Wachs. Dieser Geruch trat noch viel deutlicher hervor,wenn sie auf einer Kohle durch das Löthrohr langsam zersetzt wurde. Alkohol lösetenichts davon auf. Das Bindemittel verhält sich also gänzlich wie reines Wachs.

Der Rückstand des Verbrennens bestand aus einem gröblichen blauen Pulver,der eigentlichen färbenden Substanz. Unter dem Mikroskop erschienen die einzelnenKörner wie durchsichtige schön-blaue Glassplitter. Fensterglas wurde von ihnen geritzt.Borax lösete sie vor dem Löthrohr mit anfangs grüner, beim Erkalten blau werdenderFarbe auf. Da Säuren sie nicht angriffen, so wurden sie durch Schmelzen mit kohlen-saurem Kali aufgeschlossen. Eine neutralisirte Auflösung in Salzsäure gab mit Blut-laugensalz den charakteristischen rothen Kupferniederschlag. Auf hineingestelltes blankesEisen bildete sich gleichfalls ein Kupferniederschlag. Die Glassplitter mit Soda aufeiner Kohle geglüht gaben ein dehnbares Kupferkorn.

Das Färbende ist also eine pulverisirte, durch Kupferoxyd blau gefärbte, harteGlasfritte und das Bindemittel Wachs.