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Das westliche Süd-Tirol / geologisch dargestellt von Richard Lepsius
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Rothliegende Formation.

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gefunden. Sodann liegen in denselben Schiefern mit den Pflanzen zahlreiche, eigentümlich ge-formte Brauneisen-Concretionen, gestaltet ungefähr wie Erbsen, Kirschen, Birnen und Aepfel, sodasssie BruniFrutti benannte.

Dass der Quarzporphyr des Monte Colombino dieses rothliegende System durchbreche, undalso jünger sei, hat Curioni in seinen Osservazioni geologiche sulla Val Trompia 1870 nach-gewiesen, während S u e s s annahm, dass derselbe als Decke gelagert sei zwischen den rothliegendenSchichten und dem Glimmerschiefer. Der Mangel an Quarzporphyr-Gerollen im Rothliegendenmusste auffallen, Gerölle, welche im untersten Bunt-Sandstein so massenhaft auftreten. Ebenso wiein Südtirol legen sich die mächtigen Ströme und Tuffe des (Bozener ) Quarzporphyrs über die Roth-liegende Formation; erst nach langer Pause, während der die Denudation wirkte, breitete sich überTiefen und Höhen die verhüllende Decke des Bunt-Sandstein aus; daher auch dieser Sandsteinden Gipfel des Monte Colombino und der umliegenden Berge krönt 1 ).

Im Gebiete unsrer Karte ist die Rothliegende Formation mächtig entwickelt in der ValCaffaro: dieselben Gesteine und Pflanzenreste wie am Monte Colombino, offenbar dieselbe Ab-lagerung, nur räumlich getrennt durch den Glimmerschiefer-Rücken des Monte Dasdana. Bagolino steht noch auf Glimmerschiefer. Geht man von dort aufwärts, so durchbricht der Fluss zunächstdie zerklüfteten Quarzporphyre. An der Kapelle San Carlo schneiden diese Quarzporphyre ab amRothliegenden: jene streben auf bis zum Gipfel des Monte Dolo, sich ausbreitend unter dem Bunt-Sandstein ; diese erfüllen das ganze obere Caffaro-Thal. Serecit-Schiefer, Dachschiefer, Grauwacken,Breccien und Conglomerate setzen das wohl 1200' mächtige rothliegende System zusammen. DerQuarzporphyr schliesst grosse abgerissene Schollen der Schiefer ein; nirgends konnte ich eineContactwirkung wahrnehmen.

Im Gegensatz zu den rothgefärbten Bunt-Sandsteinen, sind die Rothliegenden Schichten stetsgrünlich-grau, niemals roth; die rothe Färbung erscheint erst nach dem Ausbruch der Quarzporphyre.

Besonders im unteren Theile des Rothliegenden der Val Caffaro treten zwischen den Schiefernmächtige Conglomerate und Breccien auf: die Gerölle und Bruchstücke bestehen zumeist aus Quarzund Quarziten; daneben sind Stücke von Glimmerschiefer, Gneiss, schwarzen Thonschiefern ein-gebacken in der grünlichen Grauwacken - Grundmasse. Häufig sind die Conglomerate festverkittetund ämprägnirt mit Kieselsäure. Diese Breccien und Conglomerate gleichen sehr den Culm-conglomeraten des Harzes, ebenso wie die Grauwacken. Die letzteren bilden dicke Lager in derVal Caffaro: rings Lavalle durchstreichen das Thal die mächtigen, festen Bänke der Grauwacke;ihre Oberfläche ist häufig gekritzt und geglättet durch die früheren Gletscher. Parallel derThalrichtung laufen solche Gletscherrisse über dieroches moutonees unterhalb Lavalle.

Der obere Theil dieses Systemes besteht vorwiegend aus seidenglänzenden Phylliten und

1) Stäche in seinen kürzlich erschienenenBeiträgen zur Fauna der Bellerophonkalke Südtirols

Jahrb. k. k. geol. Reichs. 1877 pag. 272 berücksichtigt diese Verbesserung Curionis noch nicht,und sagt wiederum, die Walchienzone der Val Trompia sei jünger als der Quarzporphyr.