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Das westliche Süd-Tirol / geologisch dargestellt von Richard Lepsius
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III. Formationen.

grüngrauen Dachschiefern: hier findet man häufig Pflanzenreste, doch schlecht erhaltene; auch jeneBrauneisenconcretionen, dieFrutti, liegen hier ebenso wie am Monte Colombino in den Schiefern.Die Schichtflächen zeigen zuweilen Wellenfurchen und allerlei Wülste; auch Trockenleisten.

Drei Stunden geht man aufwärts durch die ziemlich horizontal lagernden Grauwacken undSchiefer des Rothliegenden, bis man bei der Malga Grisa die obere Grenze der mächtigen Formationerreicht: hier legt sich der rothe Bunt-Sandstein auf, zunächst Conglomerate, deren Gerolle ausQuarzporphyr, Quarz, Grauwacken, Thonschiefern u. a. bestehen. Solche Conglomerate, eingelagertin Sandsteinen oder Grauwacken, nennt der italienische GeologeVerrucano; es ist dies jetzt einpetrographischer Begriff, und daher nicht mehr als historischer Name anwendbar; an der Verruca-Schanze in Toscana scheinen ursprünglich carbonische ConglomerateVerrucano benannt wordenzu sein; später wurden Conglomerate jüngerer Formationen, besonders diejenigen des unterstenBunt - Sandsteins, gleichfalls als Verrucano bezeichnet.

Abgesehen von diesen Geröllschichten des untersten Bunt-Sandstein sind die Quarzporphyrebegleitet von Breccien, Conglomeraten und Tuffbildungen, welche stets in innige Verbindung mitden Rothliegenden Schiefern treten: in den Abhängen des Plateaus östlich der Val Caffaro steckensolche Breccien zwischen und auf der mächtigen Porphyrdecke; beiderseits der Val Ricomassimo,oberhalb Darzo und Condino trifft man solche Tuff- und Breccienbildungen, wie sie auch sonst denQuarzporphyren eigen sind: eckige Stücke des grünen und rothen Porphyrs stecken in einer Ge-steinsmasse, welche oft dem homogenen Quarzporphyr völlig gleicht; es sieht aus, als seien Porphyr-Bruchstücke in die noch plastische Lavamasse gefallen und innig mit derselben verbunden. Ebenso fest eingebackene Stücke von Grauwacken, Thonschiefern, Glimmerschiefern lassen die Breccieleichter vom homogenen Gesteine unterscheiden; zuweilen nehmen diese fremden Bestandtheile anMenge ausserordentlich zu; und endlich liegen ganze grosse Schollen der Rothliegenden Schichtenin den Porphyr-Breccien. Kieselreiche, grobe Sandsteine und Quarzconglomerate sind besondershäufig in diesen letzten Rothliegenden Bildungen; sie sind theils mitten im Porphyr, theils demselbenaufgelagert, und gleichen jenen Conglomeraten der Grauwacken in der Val Caffaro und den Culm-conglomeraten des Harzes. Auch aus diesen eigenthümlichen Breccien, Conglomeraten, Thonschiefern,Grauwacken, wie sie den Quarzporphyr stets begleiten, geht hervor, dass die bedeutenden Porphyr-eruptionen in der Zeit kurz nach der Ablagerung der rothliegenden Pflanzenschiefer stattfanden;dass die rothliegenden Ablagerungen der Val Trompia und der Val Caffaro älter sind als dieQuarzporphyr-Decke, über welche sich der Bunt - Sandstein ausbreitet. Häufig sind ja auch diedurchbrechenden Gänge des Quarzporphyrs zu beobachten: so z. B. an der oben erwähnten CapelleSan Carlo in der Val Caffaro; hier ist zum Besten aufgeschlossen, wie der Quarzporphyr hindurch-greift durch das mächtige rothliegende System.

Von der Val Caffaro streichen die rothliegenden Schichten unter dem Bunt-Sandstein desPass Croce Domini nach Westen hinüber in die Val Camonica: der Tonalit-Stock des R6 di Castellowird westlich umgeben zum grösseren Theile von diesen Grauwacken und Thonschiefern. Dieselbenziehen vom Oglio weiter am Südrande der krystallinen Centralalpen hin in die Grenzgebirgezwischen der Val TelliDa und der Val Brembana.