Ehätisehe Schichten.
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1860 — 65. A. Stoppani. Geologie et Paläontologie des couches ä Avicula contorta en Lom-bardie. Milan.
1862. A. Schlönbach. Beitrag zur genaueren Niveaubestimmung des auf der Grenze zwischenKeuper und Lias im Hannoverschen und Braunschweigischen auftretenden Sandstein. Neues Jahrbuch,pag. 146. Taf. III.
1862. G. Capellini. Studi Stratigrafici e Paleontologici sull’Infralias dell Golfo della Spezia.Bologna .
1864. Reuss. Ueber einige Anthozoen der Kössener Schichten und der alpinen Trias. Sitz.Ber. d. "Wien . Acad. d. Wiss. 23. Juni.
1864. A. von Dittmar. Die Contorta - Zone. München .
1864. J. Martin. Zone ä Avicula contorta et du Bone-bed de la Cote d’Or. Mem. de l’Aca-demie de Dijon.
1865. J. Martin. Zone ä Avicula contorta ou Etage rhaetien. Paris . Savy. 3 PI.
1866. G. Capellini. Fossili infraliasici del Golfo della Spezia. Bologna .
Seitdem Oppel und Suess in den Kössener Schichten der Alpen das Aequivalent derdeutschen Avicula contorta - Sandsteine erkannten, wandte sich dieser wichtigen Grenzformation daserhöhte Interesse der Geologen zu und suchte aus allen Theilen Europas diesen Horizont zurgenaueren Kenntniss der Wissenschaft zu bringen. Für den „Alpenkalk“ war diese Entdeckungvon besonderem Werthe, da eine neue sichere Handhabe gewonnen wurde, um die Triasdolomitevon den Jurakalken zu trennen. In Deutschland eine schmale Zone von Sandsteinen, Mergeln undeiner Knochenbreccie, in den Alpen ein mächtiges, selbständiges Formationsglied mit mannichfaltigerGestaltung und reicher Fauna — mussten diese wandelbaren Verhältnisse eine neue Kräftigung desFaciesbegriffes werden: an einem Orte mehrere hundert Fuss eine Schlammbildung des Strandesin stillen Buchten mit brakischer Fauna, an andern die sandige Uferzone eines bewegten Meeres —irgendwo mussten auch Tiefseeabsätze vorhanden sein, und was war natürlicher, als dass im hohenMeere diejenigen Ablagerungen andauerten, welche am Ufer nur verdrängt waren von den Contorta-Mergeln, nämlich die Keuperdolomite? daher fehlen in weiten Gebieten die rhätischen Mergel ganz,während an andern Orten dieselben in bedeutender Mächtigkeit sich über dem Haupt - Dolomitaufbauen.
So ist es auch in den Gebirgen Südtirols : östlich des Garda Sees und des Etschthaies, inden Cassianer und Venetianer Alpen, geht die Tiefseebildung des Haupt-Dolomites ganz allmählichüber in die pelagischen Liaskalke; erst bei Lienz im Pusterthale, ganz am Nordrande der süd-lichen Kalkzone, finden sich die ersten Kössener Schichten. Im Gebiete unsrer Karte beginnt dielombardische Facies der rhätischen Stufe: gleich westlich des Garda Sees auf dem Hochgebirgedes Lanino sind die Contorta-Mergel mächtig entwickelt; am Ledro-See, bei Tione in Hinter-Judicarien, dann hoch oben in der Cima Tosa-Gruppe am Pass le Groste und der Alpe Flavona,in der Val di Tovel und endlich im Norden bei Dimaro in der Val di Sole , bietet dieser auf-fallende und stets versteinerungsreiche Horizont eine scharfe Grenze zwischen Trias und Jura.An den andern Orten, wo man unter den grauen Liaskalken diese Stufe vergebens sucht, istmanchmal die verworfene Lagerung Ursache des Ausfalls; meist aber liegt der oben angedeutete