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Das westliche Süd-Tirol / geologisch dargestellt von Richard Lepsius
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Aus dem Lias.

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evolut. Der Querschnitt der Röhre ist ziemlich kreisrund, die Wohnkammer etwas platt gedrückt.Auf der Wohnkammer befinden sich einige sechszig Rippen. Die Loben stimmen, soweit zu sehenist, mit denjenigen deutscher Exemplare überein.

Mehrere Stücke von Fimbriaten sammelte ich im Medolo von Domero bei Gardone in der ValTrompia (siehe pag. 125). Dieselben sind gleichfalls recht evolut. Bei 100 mm Durchmesser etwa40 mm Höhe der letzten Windung. Der erste Seitenlobus spaltet sich in zwei Hauptäste (wie dOrb.Terrains jurassiques. Ceph. Taf. 98, Fig. 3); dann folgen zwei Zwischenloben. Der zweite Seiten-lobus biegt sich stark zum ersten hinauf. Unter der Sutur liegt ein dritter Lobus, ebenso gross,wie die vorerwähnten Zwischenloben. Zwischen dem Rückenlobus und dem ersten Seitenlobus be-findet sich ein so weiter Zwischenraum, dass der erste Seitenlobus ganz auf die Mitte der Röhregerückt ist.

Hauer (Medolo. pag. 407) hebt hervor, dass die Untersuchungen Köchlin-Schlum-bergers*) über die Zusammengehörigkeit des Am. fimbriatus Sow. und cornucopiae Young a. B.nicht entkräftet seien. Meneghini (Paleont. lomb. Calcaire rouge ammonitique. pag. 101103)unterscheidet den A. fimbriatus vom cornucopiae durch die Loben, eine Unterscheidung von zweifel-haftem Werth; seine beiden Formen finden sich sowohl im mittleren als im oberen Lias der Lom-bardei und des Apennin . Oppel, welcher die Trennung zwischen beiden Arten festhält, sprichtsich im Jahre 1862 (Paläontol. Mitth. I. pag. 127) dahin aus, dass die Unterscheidung der zahl-reichen Arten aus der Gruppe des Ammon, fimbriatus und cornucopiae eine Aufgabe sei, derenLösung noch nicht vorgeschritten ist. Auch jetzt noch scheint es nicht möglich zu sein, einenUnterschied aufzustellen zwischen den Formen des mittleren und oberen Lias. Wie wir oben(pag. 123) gesehen haben, spricht die übrige Fauna der Val di Concei durchaus für Oberen Lias,während im Lehmboden von Domero mehrere Leitformen des mittleren Lias Vorkommen.

?Gcrvillia mirabilis il sp. Taf. VI, Fig'. 3 a c.

Diese abenteuerliche Form erfüllt am Monte Gaza eine mächtige Bank des oberen Inaszusammen mit Terebratula Rotsoana ScJiaur., Megalodon pumilus Ben. und Chemnitzia terebraBen. Ich glaubte anfangs, es sei ein eigenthümlicher Megalodon.

Die Schaale ist völlig erhalten, an den Wirbeln sehr dick, gegen den Schaalenrand dünner;sie ist abgerundet dreieckig. Beide Klappen sind gleich gross. Die Wirbel sind ziemlich spitzund legen weit nach vorn aus, Mytilus-artig. Von den Wirbeln geht eine starke Kante hinab zumSchaalenrande, vor welcher die vordere Schaalenseite steil abfällt und sich concav einbiegt, währenddie hintere Seite der Schaale sich allmählich zum Rande hin verflacht, schwach convex ausgebogen(Fig. 3 c). Der eingebogene vordere Theil der Schaale ist besonders eigenthümlich: von den vor-stehenden Wirbeln biegt sich die Schaale einwärts hinab, um zur Kante wieder sich zu erheben.In der Kante liegt die grösste Dicke der Schaale: der Querschnitt durch beide Klappen in derKantenebene ist ein ovaler, 4550 mm hoch und 4045 mm grösste Breite. Der Schlossrand istanfangs gerade, in etwa 25 mm Länge; dann biegt er sich hinab und geht mit flacher Rundung in

*) Bull, de la soe. geol. de France, tome. XI. pag. 631.