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VII. Paläontologische Notizen.
den halbkreisförmig geschwungenen unteren Schaalenrand über. Die Schaalen sind bedeckt mitscharfen Anwachsstreifen, welche durch untereinander vorgewachsene Lamellen entstehen. Leidergelang es mir nicht das Schloss und die Ligamentgruben frei zu legen, sodass die Zurechnungdieser Art zur Gattung Gervillia noch zweifelhaft bleibt.
Von andern Orten kenne ich diesen sonderbaren Zweischaaler nicht. Herr Geh. Rath Beyrichmachte mich darauf aufmerksam, dass de Zigno in seinen „Notizie paleontologiclie“ (Istitutoveneto. 1862) eine ähnliche Gervillia beschreibt aus den grauen Kalken der Sette Communi; esscheint, dass Zigno’s Form eine convexe, nicht eine concav eingebogene vordere Schaalenseitebesitzt.
Gervillia volanensis n. sp. Taf. VI, Fig. 4 a — c.
Gervillien von der Form dieser volanensis und der folgenden lamellosa sind häufig imOberen Lias der Umgegend von Roveredo (Volano , Sega di Noriglio, Folgaria, Albaredo etc.); esscheint angemessen auf diese Arten hinzuweisen wegen ihrer Aehnlichkeit. mit der rhätischen Gerv.praecursor Quenst., welch letztere sich in den Contorta-Mergeln der Südalpen häufig findet.
Diese Gervillia volanensis ist ungleichklappig: die linke Schaale ist ziemlich stark gewölbt,sodass bei einer Länge von 30 mm die Dicke der Klappe 6 mm beträgt; die andere Klappe ist ganzflach, ihr Wirbel endigt vor dem Schlossrande, ohne sich überzubiegen (Fig. 4c). Die concentrischeBerippung der Schaalen entsteht durch die ziemlich breiten Anwachs-Lamellen; radiale Rippensind nur hier und da schwach angedeutet, gerade wie bei der praecursor. Der vordere Flügel istschmal, ein wenig gewölbt, durch eine deutliche Einsenkung vom Schilde getrennt. Der hintereFlügel ist breit und flach, an dem hinteren Rande eingebuchtet, von der Schaalenseite wenig ab-gesetzt. Der Schlossrand ist ganz gerade; er bildet mit der Längsaxe der Schaale einen Winkelvon 35—40°. Auf dem Ligamentfelde befinden sich vier, von einander getrennte Gruben.
Gervillia lamellosa n. sp. Taf. VI, Fig'. 5 a — c.
Untereinander vorstehende Anwachslamellen geben der Schaale dieser Art eine blättrigeStructur. Die rechte Klappe ist flach, die linke stark gewölbt. Der Winkel zwischen Schlossrandund Iiängsaxe beträgt 45°. Diese Gervillie ist grösser und weniger schief, als die vorige. Siefindet sich mit derselben in der Noriglio-Facies des oberen Lias in der Umgebung von Roveredo .
Avicula spinicosta n. sp. Taf. VII, Fig. 1 a. b.
Diese Avicula erinnert in ihrer Form lebhaft an die contoria: sie ist mit dicht stehenden,kräftigen Radial-Rippen versehen; dachziegel-förmig und stachelig erheben sich die Anwachs-lamellen auf diesen Rippen; besonders der Wirbel und die anliegenden Flügeltheile erscheinenscharf bestachelt, ähnlich wie ein Spondylus. Zwischen die groben älteren Rippen, welche bis inden Wirbel Vordringen, schieben sich auf der Schaalenseite und auf den Flügeln schwächere Rippenunregelmässig ein, ohne mit jenen zu dichotomiren. Der Wirbel biegt sich stark gekrümmt vorauf den vorderen Flügel. Das Schild fällt steil gegen diesen Flügel ab, während es sich nachhinten verflacht. Der vordere Flügel ist kurz, gewölbt, vorn abgestutzt, mit gekörnelten und be-