222
Christoph Jetzlcr.
Bernoullt^) gar oft, u. mit Ihrem Hrn. Professor Müllersgienge alle Tage um. Ich hatte auch das Vergnügen noch 3Wochen mit unserm lieben Hrn. Pr. Sulzer umzugehen. Dieserschätzbare Mann befände sich bey meiner Abreise besser, als gleichnach seiner Ankunft in Berlin . Die geschickten Astronomen Bodeu. Schnitze hab ich auch oft besucht. Letzter ist besonders ein sehrbescheidener junger Mann, u. weil er sich weit mehr auf dieAnalysin legt als jener, so ist auch ungleich mehr von ihm zuerwarten. Er sagte mir unter anderem, daß er nächstens eineneue Ausgabe von Sherwins oder Gardeners Tabellen mit einigenZusätzen besorgen wolle. Ohne Zweifel wissen Ew. HochEdelgeb.,daß Hr. Lambcrt u. die eben bemelte 2 Astronomen, nemlich unterjenes seiner Direktion, ein sehr schätzbar u. vortrefflich Werk, soeine Sammlung aller astronomischen Tabellen ist, herausgeben.Es war bey meiner Abreise von Berlin biß an 6 Bogen ge-druckt, wird aber auf die Leipziger Meß gewuß fertig gewordenu. zu haben gewesen seyn. Mich wundert, ob Ihre Buchhändlerin Zürich nicht einige Exemplar herausgebracht. Es ist gewüßeines der wichtigsten astronomischen Werken, und es scheint fastunbegreiflich, wie nur 3 Octav Bände, die nemlich seine Größeausmachen, nicht nur alle bisher bekante astronomische Tabellen,sondern noch zerschiedene neue, und selbst die von zerschiedenenAutoren angegebenen Katalogen der Fixsternen enthalten können.Ich bin versichert, Ew. HochEdelgeb. werden an diesem Werk vilVergnügen haben, u. Sie werden den Hrn. Lambert nirgendsdarin verkennen. Dieser große Gelehrte arbeitet immer ununter-
fcld für sie gekauft, damit sie, wann es ihnen beliebt, den Lerm des Stadtlebensmit der Ruhe des Landlebens abwechseln, und also beyde mit mehrerm Vergnügengenießen können."
22) Joh. >11. Bcrnoulli, der wahrscheinlich Jetzler mit Bode und Schulze be-kannt machte. Bei Ersterem (der Jetzlcr mehr ein guter Ephemcriden-Rechncr, alsein großer Kenner der Physischen Astronomie zu sein schien, und ihm überhauptweniger als Schulze gefiel), sah er auch die 80jährige Jungfer Kirch, die Tanteder Frau von Bode.
23) Christoph Heinrich Müller von Zürich (1740—1807), Professor der Philoso-phie und Geschichte am Joachimsthal'schen Gymnasium in Berlin , — auch durcheine Sammlung deutscher Gedichte aus dem 12., 13. und 14. Jahrhundert undandere literarische Arbeiten bekannt.