Christoph Jetzler.
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brechen, u. untersucht bald diesen bald jenen Gegenstand mathe-matisch mit der ihm eigenen Scharsflnnigkeit. Der auf nächsteOstern herauskommende Theil der Berliner Ephemeriden von 1779soll, wie er mir sagte, mit zerschiedenen Abänderungen u. Ver-besserungen, u. daher vollkommener als die vorigen erscheinen.—Letzten Sommer hat ihm der König seine» Gehalt mit 400 Rthlr.Vermehrt. Eine Probe, daß Seine Majestät seine Verdienste ken-nen u. zu schätzen wissen. — Hr. Lambert befindet sich übrigensin Ansehung seiner Gesundheit sehr wohl: vor einem Jähr abersei er zimlich krank gewesen. — Hr. Bernulli befindet sich auchVil besser, als vor ein paar Jahren,; jedoch ist er etwas schwäch-lich, auch leidet er noch immer einiger Massen am Gehöre. Esist schade sür diesen geschickten Astronomen, daß er zu seinem müh-samen Beruf nicht die beste u. dauerhafteste Gesundheit hat. —In Göttingen , wo ich mich 8 Tage aufhielte, habe das Vergnü-gen gehabt, Hrn. Kästner mehrmalen zu sprechen. Dieser Gelehrte,den man mit Recht die Zierde der deutschen Mathematiker undPhilosophen nennen kann, erwise mir Lite Höflichkeit u. Freund-schaft. Er führte mich zweymal auf das Observatorium, wo ichzerschiedene schöne astronomische Instrumente, besonders den Mural-guadrant zu bewundern hatte. Wie schade ist es doch, daß diesesVortreffliche Instrument nicht länger von dem unsterblichen Mayerhat können gebraucht werden! Einige neue Uhren, die halbe,Viertel u. achtel Sekunden zeigen, u. sonst von künstlicher Ein-richtung sind, zieren diese Sternwarte. Sie sind noch nicht langeda, und ein Geschenk vom König in England. — Göttingen gefiele mir übrigens sehr wohl. Ich fand da durchgehends fleißigeProfessoren u. fleißige Studenten, und zu meiner Verwunderunglange nicht so vile Freygeisterey, als ich erwartet, u. die in Berlin und noch so vilm andern Orten gleichsam Mode ist. — In Man-heim hatte das Vergnügen den Pater Meyer zu sprechen. Ichtraf ihn zwar noch krank u. im Bett ani doch ließe es sich wohlmit ihm zur Besserung an. Sein neues, solides u. sehr schönesObservatorium wurde mir gezeigt. Dieses prächtige Gebäude hat,wie Euer HochEdelgeb. wohl wissen werden, einen gantz neuenunvergleichlichen Muralquadranten von 8^ im Halbmesser. Ich